Oder die Herausforderungen des unperfekten Gartens.

Jeder begeisterte Gartenbesitzer gestaltet sein Refugium nach besten Wissen und in der Hoffnung, das Werk möge so gelingen, wie geplant. Gärtner in viel bewunderten Parkanlagen machen es vor und bepflanzen ihre Beete nach exakten Pflanzplänen und bedenken dabei Wuchshöhen, Farben und Texturen ihrer Pflanzen. Ja, sie schaffen es sogar, exakt nach einem zuvor festgelegten Zeitplan auszusäen. Diese Profis genießen meine volle Bewunderung. Doch obwohl ich seit mehr als 30 Jahren einen Garten hege und pflege, schaffe ich es nicht, dass er immer so aussieht, wie geplant.

Die Probleme fangen schon bei der Aussaat an. Letztes Jahr säte ich rosa und pinken Kalifornischen Goldmohn direkt ins lange Beet entlang der Gartentreppe und auf dem obersten terrassierten Beet. Kein einziger Goldmohn ist dort aufgegangen. Nur im großen Tontopf des Blauflügelchens blühte im Spätsommer ein einziger pinker Goldmohn.

Oder nehmen wir meine Kletterrosen. Seit drei Jahren steht der neue schöne Rosenbogen und wartet auf New Dawn. Es heißt, sie wäre ein wahres Wuchsmonster. Davon ist bislang leider nur wenig zu sehen. Die locker gewundenen Rosenzweige stehen inzwischen auf ein Meter fünfzig, sie blühen auch schön aber ein Wuchsmonter habe ich mir anders vorgestellt.

Abschied vom Rosensommer mit New Dawn

Die Kunst des Improvisierens während der laufenden Gartensaison.

Auch wenn manches nicht so gedeiht wie erhofft: Mein Garten soll bitteschön blühen bis zum Frost. Dieses Jahr klappte das auch von Februar bis Ende November und dabei war gewiss nicht alles von Anfang an so geplant. Denn was hilft die ganze Planung, wenn das Wetter nicht mitspielt, die Saat nicht aufgeht oder der Nachbar zur Giftspritze greift? Nichts! Statt dessen behelfe ich mir mit nachträglich gekauften Pflanzen aus der Gärtnerei. Zudem säe ich im Frühling vorsichtshalber einige schnelle Lückenfüller in kleine Saatkisten aus: Zinnien, Cosmea oder Ringelblumen sind dafür bestens geeignet. Letztere passen zwar nicht unbedingt ins Farbkonzept aber selbst davon lasse ich mich inzwischen auch nicht mehr beirren. Hauptsache Farbe im Garten und Futter für die Bienen.

Vorgezogene Dahlien schließen Lücken im Beet.

Auch mit Dahlien gelingt es recht einfach, Lücken in den Beeten zu schließen. Ich setze einige Knollen ab Mitte/Ende April in große Töpfe und lasse sie erst einmal wachsen. Tut sich dann im Beet eine unerwartete Lücke auf, kommt die Dahlie dort hinein. Sie ist dann schon etwas größer und vor dem ersten Ansturm hungriger Schnecken fürs Erste gewappnet. Mehr Tipps zum sicheren Vorziehen der Dahlien lesen Sie auch hier.

Instant-Gardening mit Dahlie Roxana im Kübel

Instant-Gardening mit Dahlie Roxana im Kübel

Instant-Gardening klappt auch im Kübel gut.

Mittelhohe Dahlien bis 80 Zentimeter wie Dahlie Roxana (siehe Blumenbild oben), gedeihen auch in großen Kübeln richtig gut. Durch die Höhe des Kübels kommen die hübschen Blüten dem Betrachter noch ein bisschen näher ans Auge und das macht sich auf Terrasse und im Eingangsbereich richtig gut. Genau für diesen repräsentativen Zweck gedacht sind natürlich Kübel aus Fiberglas. Diese Kübel in verschiedenen Höhen und Breiten habe ich neulich bei Pflanzkuebel-Direkt.de entdeckt. Sie haben den großen Vorteil, leichter als Kübel aus Keramik oder Beton und trotzdem stabil und frostsicher zu sein. Wie wichtig dabei das eingesparte Gewicht ist, wird mir von Jahr zu Jahr bewusster.

Im Spätherbst ziehen anstelle der Dahlien Hornveilchen und zwei, drei Lagen bunt gemischte Blumenzwiebeln in den Kübel. Die Hornveilchen blühen den ganzen Winter durch und zieren meinen Eingangsbereich. Ab Februar läuten dann erste Krokusse und später dann Zwergiris und Anemonen den Frühling direkt vor meiner Haustüre ein.

Instant-Gardening mit Hornveilchen im Kübel

Instant-Gardening mit Hornveilchen im Kübel

 

Auf die richtige Proportionen zwischen Kübel und Pflanzen kommt es an.

Wichtig bei der Auswahl der Kübel ist: Je höher die Pflanze, desto niedriger sollte der Kübel sein bzw. je höher der Kübel, desto kleiner die Pflanze. Bei schlanken hohen Kübeln mit geringer Standfläche sollte man niedrig bleibende Pflanzen oder gar hängende Pflanzen wählen. Beispielsweise Fuchsien und Begonien für schattige Bereiche bzw. Kapuzinerkresse und Geranien für Sonnenlagen. Faustregel für hohe schlanke Pflanzkübel: Die Bepflanzung sollte nicht höher als 30 Prozent der gesamten Kübelhöhe sein. Ist der schlanke Pflanzkübel ein Meter hoch, sollte die Pflanze darin nicht höher als 30-40 Zentimeter sein. Das ist nicht nur wegen der Optik wichtig, sondern dient auch der Standfestigkeit in windigen Lagen. Ist der Kübel dagegen eher quadratisch oder mehr breit als hoch, darf die Bepflanzung gerne höher sein: 30 Prozent Kübelhöhe zu 70 Prozent Höhe der Pflanzen.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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