Kräuter frisch aus dem Garten sind eine feine Sache. Sie bereichern den Speiseplan, wirken gegen manches Zipperlein, duften herrlich, wehren Ungeziefer ab, schmecken und sehen oft sogar richtig gut aus. Deswegen dürfen die wichtigsten Kräuter auch in keinem Garten fehlen. Doch dafür gleich ein ganzes Beet opfern? Oder gar eine Kräuterspirale bauen? Nur damit jedes Kraut angeblich seinen perfekten Standort hat? Betrachten Sie lieber Ihren gesamten Garten als Kräutergarten und pflanzen Sie die Kräuter rund ums Haus.

Wo und wie wachsen beliebte Küchenkräuter?

Natürlich sind Schnittlauch und Petersilie im nahen Küchengarten sehr praktisch, aber mal unter uns: Wessen Garten ist heutzutage denn noch so groß, dass er ewig unterwegs sein muss, bis oft genutzte, beliebte Küchenkräuter endlich in Reichweite sind? Und selbst wenn: Gibt es etwas Schöneres, als zwischendurch schnell mal raus in den Garten zu gehen, um dieses oder jenes Kraut zu schneiden? Zwischen Küche und Kraut finden sich im Sommer gewiss noch ein paar essbare Blüten, die gleich mit ins Körbchen dürfen. Veilchen im Frühling, Kapuzinerkresse, Rosen oder Gänseblümchen im Sommer. In einer Kräuterspirale fänden Sie nichts dergleichen.

Kapuzinerkresse hat essbare Blüten, Blätter und Knospen. Vielfalt im Kräutergarten.

Kapuzinerkresse liefert den ganzen Sommer über frische essbare Blüten, Blätter und Knospen

Wie entsteht ein vielseitiger Kräutergarten?

Lassen Sie sich beim Standort Ihrer Lieblingskräuter von deren Ansprüche an Boden, Licht und Wasser leiten. Suchen Sie danach für Ihre Kräuter einfach Plätze neben Sommerblumen, Stauden, Rosen oder auch zu Füßen von Gehölzen aus. Am praktischsten sind Standorte entlang der Gartenwege, so ersparen Sie sich Platz und Kosten für einen speziellen Kräutergarten.

  • Mediterrane Kräuter wie Thymian, Majoran/Oregano, Salbei und Bohnenkraut sind Sonnenkinder, die selbst auf kargen Böden kaum zu bändigen sind. Gleichzeitig eignet sich Teppich-Thymian als Bodendecker, den man notfalls auch mal betreten kann. Entlang von Gartenwegen, in Trockenmauern oder Pflasterritzen breitet sich Thymian in Windeseile aus. Thymian braucht in keinem Garten ein extra Kräuterbeet.
  • Lavendel mag es auch am liebsten trocken, sonnig und einen mageren Boden. Er gilt als klassischer Rosenbegleiter, obwohl beide total unterschiedlich Ansprüche an Boden und Feuchtigkeit haben. Wer seinen Rosen Wasser und Dünger gönnt, sollte Lavendel deshalb besser aussparen. Wie Rosen und Lavendel trotz dieser Unterschiede gut miteinander können, erkläre ich an dieser Stelle.
  • Knoblauch wächst gut neben Erdbeeren und schützt diese vor Schädlingen. Zugleich unterstützt Knoblauch die Entwicklung des feinen Erdbeeraromas. Beide Pflanzen wachsen vorzüglich gemeinsam in 3-Liter-Blumentöpfen. Platz für diesen schmalen Topfgarten bietet sogar ein Streifen am Haus entlang.
  • Zimmerknoblauch, Tulgahia violacea, wächst dagegen am vollsonnigen Mini-Teich auf der Terrasse. Das Kräutlein blüht hübsch und liefert das ganze Jahr über schmackhaften Schnitt-Knoblauch für Salate & Co.
Lavendel und Rosen wachsen gemeinsam in und hinter der Gartenmauer

Lavendel und Rosen wachsen gemeinsam im Blumen- und Kräutergarten. Lavendel in der Gartenmauer aus Betonpflanzsteinen, die Rose dahinter im Beet.

 

  • Zitronenmelisse, Liebstöckl, Petersilie, Estragon und Schnittlauch mögen es sonnig, gedeihen aber auch im Halbschatten gut. Sie brauchen deutlich mehr Wasser als die oben genannten mediterranen Kräuter und zudem einen nährstoffreichen humosen Boden. Sie danken einen guten Standort mit duftenden grünen oder rotgrünen Blättern und damit passen gut als beruhigendes Grün zwischen Rosen und Sommerblumen.
  • Dazu passt dann auch Dill, der im Sommer sehr erhaben über Blumenbeete schwebt und Schmetterlinge wie Bienen wie magisch anzieht. Seine weißen filigranen Doldenblüten geben Blumenbeeten einen Hauch von Leichtigkeit.
  • Minzen wachsen gerne im Halbschatten, besser ist es jedoch, sie in Kübeln zu halten, denn so halten Sie sie besser in Schach.
Basilikum braucht viel Wärme und Wasser

Basilikum braucht viel Wärme und Wasser

  • Fehlt nur noch Basilikum. Auch dieses aromatische Kraut mag es sonnig und je wärmer, desto lieber ist es ihm. Windgeschützt hätte er es gern und der Boden sollte nicht austrocknen, sondern gleichmäßig feucht und auf keinen Fall zu mager sein. Außerhalb vom Gewächshaus sind diese Wünsche kaum zu erfüllen. Was bleibt ist ein Pflanzkübel, bepflanzt mit Strauchbasilikum vom Gärtner oder mit handelsüblichem Basilikum vom Supermarkt. Stellen Sie den Basilikum im Pflanzkübel oder Blumenkasten sonnig, vor Wind und Regen geschützt auf und gießen Sie ihn regelmäßig. Viel Erfolg.

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Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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