Wenn es im Garten an allen Ecken und entlang der Wege überall summt und brummt, wenn es bei Schritt und Tritt herrlich aromatisch duftet und wenn vor, neben und hinter Rosen und Stauden, blau-violette Blütenwellen wogen, dann blüht der Lavendel. In meinem Garten am Sonnenhang tut er dies in ganz verschiedenen Farben. Von Dunkelviolett, Blau, Rosa und Weiß sind alle Töne mit dabei. Die Sortennamen habe ich mir leider nicht gemerkt. Diesbezügliche Anfragen sind also völlig zwecklos. Schließlich kultiviere den duftenden Halbstrauch wegen seiner zauberhaften Erscheinung und für die Bienen – und nicht um ihn professionell zu züchten. Obwohl auch das ein spannendes Thema ist … Später mehr dazu.

Lavendel säumt den Gartenweg am Sonnenhang

Schöner wohnen am “Lavendel-Weg”.

Warum fällt Lavendel um?

Lavendel ist die meist verkaufte Pflanze in Gärtnereien. Egal ob im Baumarkt, beim Discounter, in der Gärtnerei oder im Gartencenter: Die Halbsträucher gehen weg wie warme Semmel. Schade nur, dass viele ihren Lavendel anschließend so schlecht behandeln – und sich dann auf Facebook und anderen sozialen Medien über ihre Pflanze beschweren. “Hilfe, mein Lavendel schimmelt und fällt um. Dabei habe ich ihn doch immer gegossen!” 

Ja, genau das ist auch der Grund für die Misere. Steht Lavendel zu nass und wird er gedüngt, bekommt er schwache Triebe und fällt um. Außerdem hat Grauschimmel bei so geschwächten Pflanzen leichtes Spiel. Aber erklären Sie das mal Leuten, die “es doch immer nur gut meinen.”

Gleiches gilt für den Schopflavendel, der bekannterweise nicht winterhart ist. Jedenfalls nicht bei uns, in seiner Heimat Türkei schon. Vielleicht in milden Weinanbaugebieten, aber nicht in Bierfranken. Auch nicht anderswo in Deutschland. Nasskalte Winter und Minusgrade hält die wunderschöne mediterrane Pflanze einfach nicht aus. Schopflavendel wächst am besten in einem Kübel und muss den Winter über aber ins Haus oder zumindest in eine frostfreie Garage – mit Fenster. Sie ahnen es: Schopflavendel erfolgreich zu überwintern kann eine Herausforderung sein. Einfacher ist es, ihn jedes Jahr neu zu kaufen – oder gar nicht und sich statt dessen auf den robusten, winterharten Gartenlavendel zu konzentrieren. Davon gibt es ja auch so viele schöne Sorten.

Lavendel mit silber-weißen Blüten

Auch sehr schön: silberweißer Lavendel im Garten. Allerdings besuchen ihn Bienen nicht so oft und gerne wie blauen Lavendel.

Lavendel wächst am besten dort, wo er sich von alleine niederlässt.

Im Laufe der Jahre kamen rund 100 Lavendelpflanzen in meinen Garten. Nicht wenige davon wuchsen dank meiner Mulchmethode von ganz von alleine in den Beeten. Manche suchten sich auch Mauerritzen, Pflasterfugen oder das trockene Schotterbett an der nördlichen (!) Hauswand als künftige Heimstatt aus. Und ausgerechnet diese Lavendelpflanzen wachsen und gedeihen dann am besten. Es stimmt schon: Lavendel mag es am liebsten trocken und er kommt problemlos ohne Dünger aus. Mehr noch: Steht er zu nass und in gedüngter Erde, leidet er schnell unter Pilzkrankheiten oder die weichen Triebe fallen einfach um. Sorgen Sie deshalb stets für eine gute Drainage in Lavendelbeeten.

Lavendel in der Gartenmauer von Nature to Print

Lavendel in der Gartenmauer. Im Hintergrund leuchtet eine Steppenkerze (orange).

Rosen und Lavendel. Eine Liaison – mit (überwindbaren) Tücken.

Jeder Gartenfreund schwärmt von Rosen und Lavendel. Farblich harmonieren beide ja wunderschön zusammen, aber alle anderen Ansprüche passen leider ganz und gar nicht zusammen. Denn Rosen sind Starkzehrer, Lavendel das krasse Gegenteil. Rosen brauchen guten Boden und viel Wasser, Lavendel nicht. Damit es mit Lavendel und Rosen zusammen trotzdem klappt, greifen Sie am besten in die gärtnerische Trickkiste:

  • Heben Sie in einem gut drainierten Lavendelbeet mit magerer Erde für jede Rose ein großzügiges Pflanzloch aus und verwenden Sie beste Rosenerde zum Pflanzen. Halten Sie zwischen Rosen und Lavendel genügend Abstand, damit Sie die Rose(n) gezielt düngen können, ohne das mediterrane Gehölz damit zu belasten.
  • Ein gemischtes Rosen- und Lavendelbeet klappt am besten, wenn Lavendel ganz am Rand des Beetes wächst und die Rosen in der Mitte. Besonders günstig für die gemischte Rosen-Lavendel-Kultur sind natürlich Hangbeete, sofern der Lavendel oben am Beetrand steht und die Rosen mittig oder am unteren Beetrand. So bekommt jede Pflanze das, was sie wirklich braucht.
  • Ebenso gut funktioniert dieser Trick in einer Mauer aus Betonpflanzsteinen: Pflanzen Sie Ihre Rosen ganz normal ins Beet und setzen Sie Lavendel davor in die Mauerkrone einer Gartenmauer aus Betonpflanzsteinen (Siehe Bild unten).
Rose Sommerwind wächst vorzüglich neben Lavendel - dank eines Gärtnertricks

Rose Sommerwind wächst vorzüglich neben Lavendel – dank meines Gärtnertricks

Wie Sie Lavendel richtig schneiden.

Sie wissen inzwischen, Lavendel braucht weder Dünger, noch muss er gegossen werden. Nur um eines kommen Sie nicht herum: den Rückschnitt nach der Blüte. Für manche ist die Frage, wann Lavendel geschnitten wird, inzwischen eine Glaubensfrage. Die einen sagen im Frühling, die anderen bevorzugen den Schnitt nach der Blüte. Ich bevorzuge den Schnitt direkt nach der Blüte – aus guten Gründen.

  • Früh geschnittener Lavendel treibt noch im Sommer frisch und munter aus und geht mit grünen, starken, ausgewachsenen Trieben in den Winter.
  • Einige Lavendel-Sorten blühen im Herbst noch ein zweites Mal.
  • Im Lavendelmulch, den Sie beim Schneiden des Lavendels gewinnen, keimt junger Lavendel besser, je früher Sie Beete mit ihm mulchen.
  • Früh geschnittener Lavendel eignet sich bestens für blitzschnelle Lavendelsäckchen.

Ob im Frühling oder im Herbst: Schneiden Sie Ihren Lavendel stets beherzt zurück, dann bleibt er kompakt. Alles, was dünner als ein kleiner Finger ist, kann ab. Ich schneide Lavendel sogar bis ins Holz zurück und habe noch keine einzige Pflanze deswegen verloren. Ganz im Gegenteil.  Mein Lavendel bleibt in Form und macht den Bienen und mir nichts als Freude.

Weitere Blumenbilder mit Lavendel

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografien und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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