Steinkraut, botanisch Alyssum, gehört zu den Polsterstauden, die ich in meinem Garten nicht missen möchte. Einerseits weil es hübsch aussieht, gelb blüht, andererseits weil es immer wieder für Überraschungen sorgt. Steinkraut reiht sich nämlich mühelos ein in meine Liste jener pflegeleichter Pflanzen, die nur etwas “Luft & Liebe” zum Gedeihen brauchen. Noch nicht einmal Schnecken trüben die Freude an diesen genügsamen, bienenfreundlichen Stauden. Besser geht es nicht.

Welchen Standort benötigt die Polsterstaude?

Alyssum braucht einen Standort in voller Sonne und einen gut drainierten Boden, in dem Wasser sofort ablaufen kann. Der Boden sollte eher trocken, sandig-humos und kalkhaltig sein. Sie bildet lange Pfahlwurzeln, mit denen sie tiefere Erdschichten erreicht. Alyssum wächst prima in Steingärten, in Ritzen von Gartenmauern, auf Mauerkronen, in Betonpflanzsteinen, am Rand entlang von trockenen Beeten, Pflasterfugen und in abschüssigen Beeten.

Welche Pflege brauchen Steinkräuter?

Düngen Sie im Frühling nur mäßig mit organischem Staudendünger.

Schneiden Sie nach der Blüte die Pflanze, so wie andere Polsterstauden auch, kräftig zurück und geben sie ihr anschließend einmal einen Schluck flüssigen Blumendünger aus der Gießkanne. Danach treibt Steinkraut rasch wieder aus und mit etwas Glück blüht sie dann im Spätsommer bis Frühherbst noch ein zweites Mal.

Doch Vorsicht: Zu viel Dünger macht Steinkraut blühfaul.

Gibt es verschiedene Steinkräuter?

Ja.

In der Gattung der Steinkräuter wurde kräftig aufgeräumt. So gehört das beliebte, bei uns einjährige, Duftsteinkraut bzw. Duftsteinrich (Lularia maritima) inzwischen zur Gattung der Silberkräuter. Felsen-Steinkraut heißt jetzt Aurinia saxatilis und nicht mehr Alyssum saxatile. Doch egal welches echte oder umbenannte Steinkraut Sie pflanzen möchten: Es sind alles genügsame, pflegeleichte Pflanzen, die im Garten viel Freude bereiten.

Bekannte und gartenwürdige Sorten heißen beispielsweise Berggold, Berg-Steinkraut, Schwefelgelbe Steinkresse, oder Felsen-Steinkraut, hier auf den Blumenbildern zu sehen.

Allen echten Steinkrautsorten gemeinsam ist die strahlend gelbe Blüte und das graugrüne, langblättrige und filzig belegte Laub.

Felsen-Steinkraut, vermutlich Compactum Goldkugel'

Felsen-Steinkraut, vermutlich ‘Compactum Goldkugel’ mit deutlich kleineren Blättern und Blüten.

Sind Steinkräuter winterhart?

Ja.

Wann blüht Alyssum?

Im Frühling, zwischen April und Mai.

Wie wird Alyssum vermehrt?

Am einfachsten so: Lassen Sie die Staude einfach selbst für Nachwuchs sorgen. Schneiden Sie Verblühtes erst sehr spät oder gar nicht ab und Sie finden zuverlässig neue Sämlinge im Garten – und zwar an den unmöglichsten Stellen wie Mauerritzen oder zwischen Gehwegsteinen. Sogar auf dem Parkplatz hat es sich jetzt breit gemacht. Zusammen mit Blaukissen, Katzenminze und Thymian, der ohnehin im und um den Garten herum kaum zu bremsen ist.

Steinkräuter können Sie leider nicht durch Teilen vermehren. Die Polsterstauden haben lange Pfahlwurzeln, die der Grund dafür sind, dass Sämlinge am besten dort wachsen, wo sie von selbst aufgegangen sind. Das Verpflanzen gelingt nur bei sehr jungen Exemplaren.

Die Aussaat gelingt jedoch recht einfach im Frühling ab März. Doch wozu die Mühe. Einfach ein Steinkraut pflanzen und dieses selbst für Nachwuchs sorgen lassen.

Steinkraut vermehrt sich am besten selbst

Felsen-Steinkraut, macht sich auf einem Parkplatz breit

 

Steinkraut, dankbare Polsterstaude für sonnige Standorte

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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