Warum Wildtulpen pflanzen?

Wildtulpen / botanische Tulpen sind echte Naturburschen. Sie verwildern gerne, wenn man sie lässt, blühen früh, nähren Bienen und Hummeln, sind bunt und vielseitig. Einfach, aber überaus liebenswert.

Diese kleinen Tulpen schalten den Frühling an. Einige Sorten blühen bereits im Vorfrühling als erste Tulpen überhaupt und bringen Farbe ins triste Wintergrau. Das Beste jedoch ist: Stimmt der Standort, vermehren sich die Geophyten (Zwiebelblumen) zügig und verwandeln große Flächen in ein buntes Blütenmeer. Ähnlich wie botanische Krokusse.

 

8 botanischen Tulpen: wie unterscheiden?

  • Gnomen-Tulpe Tulipa turkestanica trägt kleine Sternchenblüten, aber davon gleich 8 Stück an einem Stiel. Sie ist eine sehr beliebte Bienenweide.
    Gnomen-Tulpe ‚Hilde‘ ist eine moderne Züchtung und ähnelt ‚Turkestanica‘.
  • Zwerg-Sterntulpe ‚Tarda‘ trägt 3-8 duftenden Blüten an einem sehr kurzen Stiel. Je schattiger der Standort, desto länger der Stiel. In vollsonniger Lage bilden die weißgelben Sternblüten einen dichten Teppich.
  • Zwergtulpe ‚Little Beauty‘ Tulipa humilis muss nicht groß sein, um zu begeistern. Sattes Pink reicht ihr völlig, um alle Blicke aus sich zu ziehen.
  • Damen-Tulpen, Persische Tulpen, Tulipa clusiane sind elegante, zarte, schlanke Erscheinungen mit rotgelben oder roten Blüten.
  • Fosteriana-Tulpen sehen aus wie „normale“ Tulpen, sind aber hohe Wild-Tulpen mit großen Blüten in vielen Farben. Sie können jahrelang am gleichen Standort bleiben und verwildern dort gerne.
  • Seerosen-Tulpen Tulipa kaufmanniana kommen ursprünglich aus Turkmenistan und sind hierzulande in Gärten inzwischen weit verbreitet. Es gibt zahlreiche Sorten, darunter auch welche mit zweifarbigen Blüten. Seerosentulpen bilden nur wenige Brutzwiebeln aus und können viele Jahre am gleichen Standort bleiben.
  • Mehrblütige Tulpe ‚Shogun‘, tulipa prastans, kann Knallorange, wie kaum eine andere Frühlingsblume in dieser Zeit. Auch sie muss nicht groß sein, um enorme Fernwirkung zu erreichen. Anders als die meisten anderen Tulpen bevorzugt sie lehmigen, nährstoffreichen Boden.
  • Weinbergstulpe Sylvestris überrascht mit nickenden, gelben, duftenden Blüten. Sylvestris ist eine heimische Tulpe, die aber leider fast ausgerottet worden ist. Wo es ihr gefällt, bildet die hübsche Rarität Ausläufer und sorgt so selbst für ihre Vermehrung. Sylvestris liebt den sonnigen Standort am Hang und bleibt dort gerne für immer. Ein Versuch, sie auszugraben ist ohnehin meist zwecklos, denn man erreicht ihre Zwiebeln nicht. Sie ziehen sich mit der Zeit von selbst nach unten. Dort sind sie sicher vor jeder Hacke und in den Weinbergen sogar vor der dort üblichen maschinellen Bearbeitung.

Wo ist der richtige Standort?

Der Standort für botanische Tulpen liegt vollsonnig bis halbschattig. Im Halbschatten blühen Zwiebelblumen etwas später als in voller Sonne. Sie können dadurch die Blütezeit deutlich verlängern.

Es lohnt sich, für sie einen Standort zu suchen, an denen sich die Zwiebelgewächse ungestört entwickeln können. Das gilt insbesondere für die Zeit nach der Blüte. Die Blätter brauchen genügend Zeit um Energie zu tanken und in den Zwiebeln einzulagern. Ist das geschafft, verwelken die Blätter und fallen ab. Diese Zeit, sollten Sie allen Wildtulpen unbedingt gönnen.

Botanische Tulpen passen sehr gut an einen Gehölzrand, auf Baumscheiben, im Steingarten, kleine Sorten unter / vor großen Strauchrosen. Rosen stören sich nicht an ihrer Nachbarschaft, denn bis diese richtig austreiben, sind die kleinen Wildtulpen längst verblüht.

Setzen Sie Wildtulpen entlang eines Gartenweges, am Rand von Hochbeeten oder terrassierten Beeten. Der erhöhte Standort erlaubt einen besonders schönen Blick auf die zarten Geschöpfe.

Der Standort sollte am besten so gelegen sein, dass Sie Ihre kleinen Tulpen bequem vom Fenster aus sehen und genießen können. Im Vorfrühling stöbert selbst eine leidenschaftliche Gärtnerin nicht jeden Tag im Garten, schon gar nicht bei Kälte.

Rote Wildtulpen im Frühlingsgarten von Nature to Print

Unübersehbar: Rote Wildtulpen im Frühlingsgarten von Nature to Print

 

Botanische Tulpe 'Ice Stick' Tulipa kaufmanniana

Botanische Tulpe ‚Ice Stick‘ Tulipa kaufmanniana

Wie sollte der Boden für Wildtulpen beschaffen sein?

Der kalkhaltige Boden muss gut drainiert, damit Wasser sofort abfließen kann, Staunässe wird, wie von allen Zwiebelblumen, nicht vertragen. Normaler Gartenboden passt eigentlich immer.

So schön leuchtet Vorfühling. Wildtulpe Praestans Shogun in Knallorange.

So schön leuchtet Vorfrühling. Praestans-Tulpe Shogun in Knallorange

Wenn Sie jedoch ein gut drainiertes Beet haben, vielleicht sogar ein abschüssiges Beet, aus dem Wasser immer sofort abfließen kann, dann können speziell Wildtulpen viele Jahre überdauern, sich dabei sogar vermehren und jedes Jahr aufs Neue blühen.

Wildtulpen / botanische Tulpen pflegen: was ist wichtig?

Wildtulpen sind äußerst pflegeleicht und kommen jedes Jahr wieder, wenn man sie richtig behandelt und ihre Bedürfnisse versteht. Dabei ist weniger oft mehr.

  • Streuen Sie eine kleine Prise Blumenzwiebeldünger sobald sich im Vorfrühling das erste Grün zeigt. Staudendünger oder flüssiger Blumendünger funktionieren ebenfalls.
  • Lassen Sie die Blätter und auch die Blütenstände stehen, bis sie von alleine welken und sich die Samenkapseln öffnen. Nutzen Sie die Vermehrungsfreude der Botanischen Tulpen und lassen Sie der Natur ihren Lauf.
Weinbergstulpe Sylvestris Wilde Tulpe mit Duft

Weinbergstulpe Sylvestris hat eine enorm lange Blütezeit und sieht auf den 1. Blick nicht wie eine Tulpe aus.

Botanische Tulpen pflanzen, wie und wann?

  • Kaufen Sie Blumenzwiebeln bei einem seriösen Blumenzwiebelhändler. Gute Händler versenden die Zwiebeln genau zur richtigen Pflanzzeit ab etwa Oktober, je nach Wetterlage.
  • Pflanzen Sie im Herbst nicht zu früh, die Zwiebeln könnten vorzeitig austreiben und sind dann bei der ersten starken Frostnacht bereits verloren. Der Boden sollte beim Pflanzen unter 8 Grad kalt sein, um sicherzustellen, dass sich die Blumenzwiebeln in Winterruhe befinden.
  • Setzen Sie botanische Tulpen möglichst in kleinen Tuffs, damit sie nicht in der Masse der Frühlingsblüher und großen Tulpen untergehen.
  • Pflanzabstand: 5 cm von Zwiebel zu Zwiebel
  • Pflanzen Sie bitte nicht in Reih und Glied, das widerspricht ihrem wilden, natürlichen Charakter.
Zwerg-Sterntulpe Tarda

Zwerg-Sterntulpe Tarda, Tulipa tarda trägt mehrere Blüten an kurzen Stängeln

Sind Wildtulpen bienenfreundlich?

Ja, die offenen, ungefüllten Blüten locken Bienen und Hummeln an, und dies zu einer Zeit, wo Nahrung für Insekten noch nicht im Überfluss vorhanden ist, nämlich bereits ab Ende März / Anfang April.

Sorten mit vielen Blüten an einem Stiel sind besonders begehrt bei Bienen und Hummeln. Bestes Beispiel: die wilde „Hilde“.

Jede Tulpenzwiebel ein ganzer Tuff mit Blüten

Hilde. Jede Tulpenzwiebel ein ganzer Tuff mit Blüten

Wachsen sie auch im Pflanzkübel oder Blumenkasten?

Ja. Kleine Sorten gedeihen auch im Pflanzkübel, aber leider halten sie sich dort meist nicht sehr lange. Warum? Weil die Zwiebeln den Sommer über im Pflanzkübel oft zu nass stehen und zu viel Dünger zur falschen Zeit bekommen. Im Sommer legen Wildtulpen am liebsten eine Pause ein. Warm und trocken hätten sie es gerne.

Holen Sie Zwiebeln verblühter Wildtulpen daher am besten aus dem Pflanzkübel und lagern Sie sie den Sommer über luftig, warm und trocken ein. Ein Netz, eine Papiertüte oder einfach nur offen in eine Kiste legen und dann ab damit in einem Schuppen, Gartenhäuschen, in die Garage, auf den Dachboden.

Setzen Sie Wildblumen erst wieder im Spätherbst in Pflanzkübel oder Blumenkasten.

Einfach süß: Botanische Tulpe / Wildtulpe Little Beauty

Einfach süß: Zwergtulpe Little Beauty

Woher stammen botanische Tulpen?

Die meisten botanische Tulpen stammen ursprünglich aus Zentralasien. Dort gibt es sehr kalte Winter und heiße Sommer. Bei uns ist das Klima meist völlig anders. Tulpenzwiebeln vertragen jedoch keine nassen Sommer, sie faulen in der Erde und sind dann plötzlich weg. Dagegen hilft nur, Tulpenzwiebeln nach der Blüte auszugraben und den Sommer über luftig aber warm lagern. Zum Beispiel in einem Schuppen oder in der Garage.

Wenn Sie jedoch ein gut drainiertes Beet haben, vielleicht sogar ein abschüssiges Beet, aus dem Wasser immer sofort abfließen kann, dann können speziell Wildtulpen viele Jahre überdauern, sich dabei sogar vermehren und jedes Jahr aufs Neue blühen.

Welche Pflanzpartner bieten sich an?

Zeitgleich mit vielen Botanischen Tulpen blühen:

  • Kleinblumige botanische Narzissen sind überaus hübsche und dankbare Frühblüher. Anders als ihre großblumigen Schwestern sind sie standfest und fallen nicht bei jeder Windböe gleich um.
  • Küchenschelle, Kuhschelle, Pulsatilla. Die Staude läutet jedes Jahr mit weißen, rosa, roten oder violetten Glockenblüten den Frühling ein. Ihr Standort sollte mager, kalkhaltig und sommertrocken sein. Küchenschellen möchten jahrelang ungestört am selben Standort bleiben und lassen sich nur mit List, Tücke und Mut versetzen.
  • Traubenhyazinthen / Muscari treiben es wild und ungehemmt, wenn man sie lässt. Halten Sie die vermehrungsfreudigen Zwiebelgewächse unbedingt in Schach sonst überwuchern sie alles, auch Wildtulpen. Zum Glück sind nicht alle Sorten sind so vermehrungsfreudig. Muscari armeniacum leider schon. Wenn also Traubenhyazinthen, dann wählen Sie unbedingt eine andere Sorte.
  • Hain-Veilchen, botanisch Viola riviniana, sind die am häufigsten vorkommende Veilchenart in Europa. Genügsam, verwildern gerne, blühen violett bis blau und passen schön zu roten und gelben Wildtulpen.
  • Buschwindröschen, Frühlingsanemonen, botanisch Anemone Blanda, sind niedliche Frühlingsboten, die ebenfalls sommertrockene Standorte und kalkhaltige Böden lieben. Nach der Blüte ziehen sie sich komplett zurück und treiben erst wieder im März des kommenden Jahres aus. Wilde Buschwindröschen blühen weiß, sehr selten und nur in bestimmten Regionen auch gelb, die Kulturform blüht dagegen blau, violett, rosa und neuerdings auch gelb. Wichtig ist, Buschwindröschen zügig nach Erhalt der Knollen im Spätsommer in die Erde zu bringen.
  • Gemswurz, Frühlingsmargerite, botanisch Doronicum zaubert gelbe Er-liebt-mich-er-liebt-mich-nicht-Blüten ins Frühlingsbeet. Perfekt in Kombination mit knallroten Wildtulpen. Gemswurz bevorzugt Halbschatten und verträgt sogar feuchten Lehmboden.
  • Lenzrosen, Heleborus, magisch schöne Frühlingsstauden mit ledrigen Blättern und großen, teilweise auch gefüllten Blüten. Lenzrosen sind „Schwestern“ der Christrosen, blühen später als diese und sind genauso giftig und zugleich wertvolle Bienenpflanzen.
  • Lerchensporn, heimisches Zwiebelgewächs, unkompliziert, eignet sich zum Verwildern an halbschattigen und schattigen Standorten.
  • Kegelblumen, Puschkinien, Zwiebelblumen in spektakulärer Blütenfarbe Cyan
  • Schneestolz / Schneeglanz / Sternhyazinthen, botanisch Chionodoxa sind kleine Geophythen (Zwiebelblumen), mit sternförmigen Blüten. Je nach Sorte blühen sie weiß, rosa oder blau. Der süße Frühblüher verwildert auch gerne, wird dabei aber nie lästig.

 

Lassen Sie sich weiter inspirieren von Tulpen in den schönsten Farben