Umtopftage kommen immer ganz plötzlich. Entweder weil vom Einkauf eine neue Zimmerpflanze mitgekommen ist, die nicht in ihrem engen Topf bleiben kann. Oder weil eine Topfpflanze laut um Mitleid schreit und unbedingt sofort gerettet werden muss. Gut wenn dann ein Pflanztisch bereit steht.

So war’s neulich auch mit dem Einblatt. Ihr schöner Blumentopf war kurz vorm Zerbersten und die Pflanze sah erbärmlich aus. Also raus damit auf die Terrasse und los geht’s. Topf zur Seite legen, Pflanze rausziehen und in eine Segmente teilen. Dabei braune, trockene und schadhafte Blätter entfernen und zum Schluss die schönsten Pflanzenteile wieder zurück in den Topf mit Seramis setzen. Eigentlich ganz einfach und auch schnell gemacht, wenn da nicht immer diese Sauerei wäre.

Lieber draußen umtopfen als dieses Chaos in Küche.

Je größer die (Topf-)Pflanze um so größer das Schlachtfeld. Besonders schlimm ist die Erde-an-falscher-Stelle-Gefahr im Frühjahr, wenn Sämlinge in Töpfchen pikiert oder wenn Mitte Mai Schalen und Balkonkästen neu bepflanzt werden. Eine hundertprozentige Lösung gegen Dreck gibt es natürlich nicht – der gehört einfach zum Gärtnern dazu, aber mit einem richtigen Pflanztisch hält sich das Ganze wenigstens in Grenzen. Vorausgesetzt der Pflanztisch ist richtig dimensioniert, stabil und passt auf den für ihn vorgesehenen Platz. Auf dem Markt gibt es verschiedene Anbieter und Ideen.

Kompromiss zwischen Platzbedarf, Stauraum und Sauberkeit

Geerbt habe ich einen richtig großen Pflanztisch aus Massivholz mit Rädern auf der einer Seite und einem Schiebegriff auf der anderen Seite. Konzipiert, um ihn bei Bedarf ein Stück nach rechts oder links zu schieben. Leider ist dieser Gärtnertisch ist so schwer, dass ich ihn höchstens zweimal im Jahr zur Seite rolle. Dafür punktet er mit einer (leider unsinnig kleinen) Schublade, Ablagen unter der Arbeitsplatte und zwei schmalen Regalbrettern an der Rückwand sowie mit hölzernen Haken an der Räderseite. Eigentlich optimal, hätten ihm die Macher eine Arbeitsfläche gegönnt, die diesen Namen auch zurecht verdient. Ideal sind verzinkte Arbeitsplatten mit hoch gezogenem Rand an drei Seiten als Schutz vor rieselnder Erde. Zum Umtopfen ist mein geerbter großer Gärtnertisch damit leider nur eingeschränkt bzw. nur mit einer zusätzlich aufgelegten Arbeitswanne zu gebrauchen. Ganz anders dieser kleine klappbare Pflanztisch mit verzinkter Arbeitsfläche und Rieselschutz hinten und an der Seite.

Der klappbare Pflanztisch ist praktisch, birgt jedoch Tücken beim Zusammenbau.

Der kleine Pflanztisch ist so konzipiert, dass man ihn mit wenigen Handgriffen aufbauen, abbauen, das Untergestell wie eine Ziehharmonika zusammenklappen und anschließend irgendwo unterbringen kann, wo er nicht weiter stört. Eine wirklich charmante Idee für kleine Terrassen und Balkone wenn da nicht die erste Montage wäre. Damit, insbesondere mit der zu simpel gestrickten Aufbauanleitung ist nicht nur eine ungeübte Hausfrau schnell überfordert. Wie IKEA verzichtet auch der Hersteller Promex auf die genaue Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte und mutet damit ohne Not seinen Kunden so einiges zu. Denn wie einfach wäre es doch für Promex, die Scharniere zumindest an einer Seite zu montieren. Oder die Stellen zu kennzeichnen bzw. Löcher vorzubohren, wo später die Scharniere sitzen sollen. Zumal an der richtigen Lage der Scharniere so viel abhängt. Beispielsweise ob der Tisch später wackelt oder nicht.

Abgesehen von der Erstmontage klappt der Auf- und Abbau des Pflanztisches tadellos. Er ist stabil, was sicherlich auch der schweren, verzinkten Arbeitswanne geschuldet ist. Mir persönlich fehlt an ihm nur eine Rückwand, damit ich die Hauswand im gärtnerischen Eifer oder beim Gießen des Basilikums nicht versehentlich beschmutze. Ansonsten ist dieser Pflanztisch optimal für kleine Balkone oder Terrassen.

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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