Der Pflanztisch und seine Tücken im täglichen Gebrauch

Gepostet in Gartenwissen kompakt, Testberichte

Umtopftage kommen immer ganz plötzlich. Entweder weil vom Wocheneinkauf eine neue Zimmerpflanze mitgekommen ist, die nicht in ihrem engen Topf bleiben kann. Oder weil eine Topfpflanze um Mitleid schreit und unbedingt sofort in einen größeren Blumentopf gerettet werden muss.


So war’s neulich auch mit dem Einblatt. Ihr Blumentopf war kurz vorm Zerbersten und die Pflanze sah erbärmlich aus. Also raus damit auf die Terrasse und los. Topf zur Seite legen, Pflanze rausziehen und in einzelne Segmente teilen. Dabei braune, trockene und schadhafte Blätter entfernen und zum Schluss die schönsten Pflanzenteile wieder zurück in den Topf mit Seramis setzen. Eigentlich ganz einfach und auch schnell gemacht, wenn da nicht immer diese Sauerei wäre.

Lieber draußen umtopfen als dieses unvermeidbare Chaos in Küche.

Je größer die (Topf-)Pflanze um so größer das Schlachtfeld. Besonders schlimm ist die Erde-an-falscher-Stelle-Gefahr im Frühjahr, wenn Sämlinge in größere Pflanzschalen oder Töpfchen pikiert oder wenn Mitte Mai die Balkonkästen neu bepflanzt werden. Eine hundertprozentige Lösung gegen Dreck gibt es natürlich nicht – der gehört einfach zum Gärtnern dazu, aber mit einem richtigen Pflanztisch hält sich das Ganze wenigstens in Grenzen. Vorausgesetzt der Pflanztisch ist richtig dimensioniert, stabil und passt auf den für ihn vorgesehenen Platz. Auf dem Markt gibt es verschiedene Anbieter und Ideen.

Ein guter Pflanztisch ist immer ein Kompromiss zwischen Platzbedarf, Stauraum und Sauberkeit


Geerbt habe ich einen richtig großen Pflanztisch aus Massivholz mit Rädern auf der einer Seite und einem Schiebegriff auf der anderen Seite. Konzipiert, um ihn bei Bedarf ein Stück nach rechts oder links zu schieben. Leider ist dieser Gärtnertisch ist so schwer, dass ich ihn höchstens zweimal im Jahr zur Seite rolle. Dafür punktet er mit einer (leider unsinnig kleinen) Schublade, Ablagen unter der Arbeitsplatte und zwei schmalen Regalbrettern an der Rückwand sowie mit hölzernen Haken an der Räderseite. Eigentlich optimal, hätten ihm die Macher eine Arbeitsfläche gegönnt, die diesen Namen auch verdient. Ideal sind verzinkte Arbeitsplatten mit hoch gezogenem Rand an drei Seiten als Schutz vor rieselnder Erde. Zum Umtopfen ist mein geerbter großer Gärtnertisch damit leider nur eingeschränkt bzw. nur mit einer zusätzlich aufgelegten Arbeitswanne zu gebrauchen. Ganz anders dieser kleine klappbare Pflanztisch mit verzinkter Arbeitsfläche und Rieselschutz hinten und an den Seiten.


Klappbarer kleiner Pflanztisch mit verzinkter Arbeitsfläche und hoch gezogenen Schutzrand hinten und an den Seiten von Promex

Ein klappbarer Pflanztisch ist praktisch, birgt jedoch Tücken beim Zusammenbau.

Der kleine Pflanztisch ist so konzipiert, dass man ihn mit wenigen Handgriffen aufbauen, abbauen, das Untergestell wie eine Ziehharmonika zusammenklappen und anschließend irgendwo unterbringen kann, wo er nicht weiter stört. Eine wirklich charmante Idee für kleine Terrassen und Balkone wenn da nicht die erste Montage wäre. Damit, insbesondere mit der zu simpel gestrickten Aufbauanleitung ist nicht nur eine ungeübte Hausfrau schnell überfordert. Wie IKEA verzichtet auch der Hersteller Promex auf die genaue Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte und mutet damit ohne Not seinen Kunden so einiges zu. Denn wie einfach wäre es doch für Promex, die Scharniere zumindest an einer Seite zu montieren. Oder die Stellen zu kennzeichnen bzw. Löcher vorzubohren, wo später die Scharniere sitzen sollen. Zumal von der richtigen Lage der Scharniere so viel abhängt. Beispielsweise ob der Tisch später wackelt oder nicht.

Fertig aufgebauter Klapp-Pflanztisch

Die Arbeitsplatte liegt fest auf und verrutscht auch nicht.

Ein Karton mit allen Teilen des Pflanztisches

Alle Seiten, die Arbeitsfläche und das Ablagebrett sind vormontiert. Fehlen "nur" noch die Scharniere.

Beim ersten Mal falsch geschraubt - dank fehlender Beschreibung

Beim ersten Mal saßen die Scharniere falsch, was der fehlenden Anleitung geschuldet war. Bilder allein helfen leider nicht weiter.

Jetzt sitzen die Scharniere richtig

Im rechten Winkel sitzen die Scharniere endlich richtig.

Das klappbare Untergestell des Pflanztisches

Fertig montiert lässt sich der Unterbau zusammenklappen wie eine Ziehharmonika

Fertig aufgestellt, der Unterbau des Pflanztisches

Fertig aufgestellt, der Unterbau des Pflanztisches

Das Untergestell des Pflanztisches sieht fast wie ein Bänkchen aus.

Mit dem unteren Regalbrett sieht der Pflanztisch fast wie ein Bänkchen aus.

Fertig aufgebaut: der klappbare Pflanztisch

Fertig aufgebaut: der klappbare Pflanztisch. Bereit für den Arbeitseinsatz.

Abgesehen von der Erstmontage klappt der Auf- und Abbau des Pflanztisches tadellos. Er ist stabil, was sicherlich auch der schweren, verzinkten Arbeitswanne geschuldet ist. Mir persönlich fehlt an ihm nur eine Rückwand, damit ich die Hauswand im gärtnerischen Eifer oder beim Gießen des Basilikums nicht versehentlich beschmutze. Ansonsten ist dieser Pflanztisch optimal für kleine Balkone oder Terrassen.

Frischer Basilikum durfte als erstes den neuen Pflanztisch ausprobieren.

Frisches Basilikum durfte als erstes den neuen Pflanztisch ausprobieren.

Ihr Pflanztisch ist auch im Winter sehr nützlich

Auch wenn dieser Pflanztisch klappbar ist und leicht irgendwo verstaut werden kann, denken Sie daran: Auch im Winter gibt's bisweilen Umtopftage. Mal ganz abgesehen vom Start in die neue Gartensaison ab Februar / März. Um so wichtiger ist es, einen guten Platz für das praktische Stück zu finden. Hausbesitzer finden ihn sicherlich in Werkstatt oder Hobbykeller, Waschküche oder Vorratskeller oder in einer kleinen Nische im Treppenhaus.

Achten Sie beim Kauf eines Pflanztisches auf:

  • Größe. Maßstab ist der tatsächlich vorhandene Platz.
  • Material: Imprägniertes Holz ist gut, wenn das gute Stück ständig der Witterung ausgesetzt ist. Regelmäßige Holzpflege gehört trotzdem zur jährlichen Pflicht.
  • Funktionalität: Ein hoher Rand hinten und an den Seiten, damit beim Topfen keine Erde verloren geht.
  • Eine wetterfeste Arbeitsfläche. Ideal sind Arbeitsplatten aus verzinkten Metall. Denkbar wären aber auch geflieste Flächen (Achtung: Fugen sind Schmutzfänger) oder Abdeckungen aus Acryl.
  • Zusätzlichen Stauraum, Regalbretter, Schubfächer, Haken. Hobbygärtner brauchen immer einen festen Platz für ihre Utensilien. Schön, wenn der neue Pflanztisch einige davon beherbergen kann.
  • Räder, falls Sie den Tisch öfter verschieben oder nur bei Bedarf in Position ziehen möchten.
  • Rückwand: Falls Ihr Pflanztisch an einer Hauswand stehen u. diese vor Schmutz geschützt werden soll.
  • Stabilität: Auch wenn ein leichter Pflanztisch leichter zum Transportieren ist, wenn Sie nicht möchten, dass er beim ersten Windzug umkippt, muss der Tisch eine gewisse Schwere mitbringen. Das gilt besonders für Pflanztische mit Rückwand oder Aufbauten, die bei Wind wie Segel wirken.  Immer gut, wenn Sie für den Pflanztisch ein windgeschütztes Plätzchen an einer Hauswand finden.

    1 Kommentar

  1. Hallo…
    Sehr lesenswerter Artikel. Für eine einfache Reinigung eignen sich Pflanztische aus Edelstahl oder Aluminium. Außerdem kann man die Lebenszeit von Holzmodellen durch die richtige Pflege enorm erhöhen.
    Danke für diesen Artikel
    Liebe Grüße von Pflanztisch-Test.de

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