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Vorsicht wuchernde Traubenhyazinthen. So kriegen Sie die Invasoren in den Griff

Traubenhyazinthen

Traubenhyazinthen zwischen Taglilien

Vorsicht Traubenhyazinthen!

Der Garten bläut oder wie Eduard Mörike so passend sagt: Frühling lässt sein blaues Band.

Was Mörike jedoch nicht wusste ist: Traubenhyazinthen, die blauen Zwerge im Gartenreich, sind echte Invasoren. Vor nichts machen sie halt. Sie blühen in jeder Ritze, setzen sich zwischen und mitten rein in die Stauden, und sie vermehren sich wie die Karnikel. So herrscht rasend schnell ein knallharter Verdrängungswettbewerb im Blumenbeet. Sogar in der wilden Blumenwiese hinter meinem Garten tauchen schon seit Jahren immer mehr blaue Blüten auf. Die Bienen freuen sich und bis der Bauer die Wiese Mitte Juni mäht, sind die Frühblüher längst welk und verschwunden. Daher besteht für Kühe auch keine Gefahr.

Armenische Traubenhyazinthen, gnadenlose Invasoren | Video

Erziehen Sie Traubenhyazinthen zu mehr Bescheidenheit

Was gegen wuchernde Traubenhyazinthen hilft ist einzig und allein das rechtzeitige Ausgraben. Nach der Blüte, bevor sich Samen verteilen können, holen Sie alle Pflanzen raus aus der Erde. Es klingt rabiat, ist jedoch der einzige Weg, die Invasion der Muscari einigermaßen in Griff zu kriegen. Ich habe schon eimerweise der runden, weißen Blumenzwiebeln an Nachbarn, Freunde und die Familie verteilt und habe nicht den Eindruck, dass mein Garten danach weniger bläut.

Breiten Sie die Blumenzwiebeln inklusive ihrer Blätter auf einer dicken Lage Zeitungspapier an einer schattigen, trockenen und luftigen Stelle aus und warten Sie, bis das Grün welk ist. Am besten behalten Sie nur die dicksten Zwiebeln und entsorgen alle Brutzwiebeln nebst dem ganzen Kleinkram im Hausmüll oder in der grünen Tonne. Auf gar keinen Fall im Kompost! Denn von dort kämen die Brutzwiebeln noch schneller in andere Beete. Den Sommer über lagern Sie alle Blumenzwiebeln offen, in einem Kartoffelnetz oder in Bäckertüten, an einem dunklen aber gut gelüfteten Platz. Das kann auch ein warmer, gut gelüfteter Dachboden sein.

Wer spät pflanzt, bekommt schönere Pflanzen und Blüten.

Mit dem Pflanzen der dicksten Blumenzwiebeln warten Sie im Herbst so lange wie möglich. Auch im Dezember oder Januar gesetzte Zwiebeln blühen zuverlässig. Wer dagegen zu früh pflanzt oder die Traubenhyazinthen in den Beeten lässt, erlebt bereits ab August sein grünes Wunder. Überall erscheinen plötzlich ihre markanten Blätter. Das wäre an sich ja noch nicht schlimm, doch die viel zu dicht sitzenden Blumenzwiebeln nebst Brutzwiebeln türmen sich rasch zu dichten Blätterbergen auf. Die hübschen Blüten verschwinden darin und sind dann leider kaum noch zu sehen. Zudem sehen die Blätter zur Blüte im Frühling nicht mehr frisch und schön aus, sondern liegen einfach nur lang und breit auf der Erde und verdecken dabei andere zarte Frühblüher. Das muss doch nicht sein!

Nehmen Sie im Herbst noch einmal die Pflanzen hoch und entfernen Sie das Laub oder schneiden Sie es einfach kurz über dem Boden ab. Das stört die Zwiebelpflanzen überhaupt nicht. Sie treiben im Frühling wieder mit frischem Grün aus.

Muscari machen sich überall im Garten breit

 

 

Welche Muscari verwildern nicht so ungehemmt?

Nicht alle Sorten verbreiten sich so wild und ungehemmt wie die Armenische Traubenhyazinthe, M. armeniacum, die vermutlich meist verkaufte Sorte in Gartencentern, Baumärkten und Discountern.

M. latifolium, die Breitblättrige Traubenhyazinthe verwildert gerne, aber ohne dabei lästig zu werden.  M. botryoides ‚Album‘ oder ‚Superstar‘ sind zierlicher und ihr Laub erscheint auch erst im Frühling.

Sind Muscari bienenfreundlich?

Ja, sie nähren Wildbienen und Hummeln schon ab März mit Pollen und Nektar.

Sind Traubenhyazinthen giftig?

Ja, alle Pflanzenteile sind giftig und dürfen nicht gegessen werden. Der Samen enthält Oxalsäure, der eingenommen zu Brechreiz führt.  Empfindliche Menschen und Allergiker reagieren schon bei einfachen Hautkontakt mit Ekzemen, juckenden Rötungen und nässenden Quaddeln. Fassen Sie Muscari (und andere Hyazinthen) daher am besten nur mit Handschuhen an.

Bitte klären Sie Ihre Kinder frühzeitig auf. 

Welche Pflanzpartner?

Majestätische Kaiserkrone, begleitet von Muscari im Garten von Nature to Print

Alles, was im Frühling blüht: Tulpen, Narzissen, Schachbrettblumen, das Tränende Herz, Hundszahnlilie, Hyazinthen, Sommerknotenblumen, Schachbrettblumen, Gartenprimeln, Kaiserkronen, Fuchstrauben (Porträt im Schwesterblog).

Welcher Standort?

Die kleinen blauen Zwiebelblumen verwildern gern, wenn ihnen der Standort gefällt. Dieser sollte am besten sonnig bis halbschattig sein. Je fetter der Boden, desto üppiger gedeihen sie – und vermehren sich dabei rasend schnell. Seien Sie vorsorglich gewarnt.

Traubenhyazinthen wachsen auch in Pflanzgefäßen, Blumenkästen und Kübeln.

Früher gab es ganze Wiesen voll mit den hübschen blauen Frühlingsblumen. Bienenweiden, wie es sie leider kaum noch gibt – außer bei mir auf der wilden Blumenwiese hinter meinem Garten.

Muscari und jede Menge Allium /Zierlauch verwildern überall im Garten

Muscari düngen?

Besser nicht. Sie treiben sonst noch mehr Blätter und später dann Brutzwiebeln.

Düngen Sie statt dessen Tulpen und Narzissen, sobald sich das erste Grün zeigt. Muscari sind auch schon da, sparen Sie sie beim Düngen unbedingt aus.

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