Der Ziergarten im Dezember: Der erste Schnee ist mancherorts bereits gefallen. Im Garten kehrt langsam Ruhe ein. Leidenschaftliche HobbygärtnerInnen nehmen sich zum Ende der Gartensaison trotzdem noch einmal Zeit für die letzten Arbeiten. Gehören Sie dazu? Dann Handschuhe, Mütze und dicke Socken an und dann nichts wie raus.

Schneiden Sie am 4.12. Barbarazweige

Es ist eine alte Tradition, am 4. Dezember Barbarazweige zu schneiden und in die Vase zu stellen. Wichtig ist, dass die Zweige zuvor richtig kalt gewesen sind. Wenn Mutter Natur nicht selbst dafür gesorgt hat, legen Sie die Barbarazweige über Nacht in die Tiefkühltruhe und stellen Sie die Vase mit den Zweigen anschließend gut 14 Tage an einen kühlen, aber hellen Platz im Haus auf. Stehen die Zweige zu warm, entwickeln sich die Knospen zu schnell. Doch wenn Sie alles richtig gemacht haben, blühen Barbarazweige pünktlich an Weihnachten.

Barbarazweig: So hübsch kann eine Zierkirsche auch an Weihnachten blühen

Barbarazweig: So hübsch kann eine Zierkirsche auch an Weihnachten blühen. Blumenbild auf Leinwand.

Welche Gehölze eignen sich für Barbarazweige?

Traditionell werden (in Franken) vor allem Kirschzweige verwendet. Es funktionieren aber auch Zweige anderer Obstsorten wie Äpfel, Birnen, Pflaumen / Zwetschgen, dazu Zierquitte, Forsythie, Ranunkelstrauch Kerria, Birke oder Haselnuss.

Putzen Sie Stauden-, Strauch- und Baumpfingstrose

Baumpfingstrosen sind sehr robust und halten auch ohne Winterschutz harte Winter aus. Was ihnen aber wirklich zu schaffen macht, sind der Welkepilz und die Blattfleckenkrankheit. Der Welkepilz lässt Zweige während der Vegetationsperiode von heute auf morgen welken und wenn Sie dann nicht sofort handeln, kann das Gehölz komplett absterben. Die Blattfleckenkrankheit tritt auch bei Staudenpfingstrosen auf. Daher sollten sie diese spätestens jetzt bodentief abschneiden.

Entfernen Sie daher im November / Dezember das alte, welke Laub von den Ästen und alles, was unter dem Strauch im Beet liegt. Ich entsorge diese Blätter nicht auf dem Kompost, sondern in der Restmülltonne, damit der Pilz sich nicht weiter verbreitet.

Entleeren Sie Regentonne, Holzfass und Miniteich

Bevor es wirklich frostig wird, sollten Sie Holzfässer, Regenfässer oder den Miniteich aus Holz entleeren. Frost kann bei diesen Fässern große Schäden verursachen, den Boden ganz oder teilweise ausschlagen oder die Dauben auseinander drücken. Das Fass ist danach für immer undicht und eignet sich nur noch zum Bepflanzen.

Wie überwintert man ein Fass aus Holz?

Stellen Sie das Fass auf den Kopf und lagern Sie es auf Pflastersteinen oder ein paar Latten damit Luft von allen Seiten zirkulieren kann. Lassen Sie das Holzfass aber unbedingt draußen stehen und der Witterung ausgesetzt, damit es nicht austrocknet und dadurch die Dauben schwinden. Sobald Mitte bis Ende Februar das Gröbste überstanden ist, richten Sie das Fass wieder richtig auf, und füllen es. Aus den gleichen Gründen.

Ein Regenfass aus Holz im Winter falsch herum aufzustellen ist richtig und wichtig damit es weder platzt, noch fault

Ein Regenfass aus Holz im Winter falsch herum aufzustellen ist richtig und wichtig damit es weder platzt, noch fault

Winterschutz für Rosen

Zu den letzten Arbeiten im Dezember gehört auch der Winterschutz für Rosen:

  • Kürzen Sie überlange Rosenzweige damit sie bei Sturm nicht unkontrolliert abbrechen.
  • Häufeln Sie die Rose mit gut 20 cm Erde an. Ziehen Sie dazu entweder umliegenden Gartenerde rund um den Rosenstock heran oder verwenden Sie einfach alte Blumenerde aus Pflanzkübeln und Blumenkästen.
  • Packen Sie Rosen im Pflanzkübel in Jutesäcke, die mit Laub gefüllt sind. Laub isoliert hervorragend, ist nachhaltig und kostet nichts.
  • Stellen Sie Pflanzkübel mit winterharten Pflanzen wie Rosen dicht an die Hauswand. Ein schattiger Platz ist dafür optimal.
  • Schattieren Sie exponierte, empfindliche Rosen in Südlage. Stellen Sie Tannenzweige in und vor Rosen, um diese zu schattieren. Sie verhindern dadurch ihr frühzeitiges Austreiben.

Klotzen Sie mit Blumenzwiebeln

Ziergarten im Dezember | Je mehr Blumenzwiebeln, desto bunter der Frühling

Klotzen, nicht kleckern: Je mehr Blumenzwiebeln, desto bunter der Frühling

Im Ziergarten im Dezember ist noch immer Zeit, Blumenzwiebeln zu setzen. Viele Händler verkaufen ihre letzten Bestände jetzt mit richtig starken Prozenten. Da lohnt es sich durchaus, noch einmal zuzuschlagen. Egal ob Tulpen, Allium, Narzissen oder Hyazinthen: klotzen ist immer besser, als im Frühlingsbeet nur zu kleckern.

In Beeten, in denen Zwiebelblumen wie Krokusse, Winterlinge, Tulpen, Narzissen, Puschkinien, Sternhyazinthen, Blausternchen, kleine Milchsterne u. ä. bereits im zeitigen Frühjahr blühen, sollten Sie schon jetzt Stauden zurückschneiden. Tun Sie es nicht, verpassen Sie wohlmöglich die Blüte Ihrer Frühblüher, was wirklich schade wäre. Welke Stauden in anderen Beeten dürfen derweil noch stehenbleiben. Sie bieten Insekten Winterschutz und Vögeln Nahrung.

Ziergarten im Dezember, Zeit einen Baum zu pflanzen

Solange der Boden frostfrei und offen ist, können Sie auch einen schönen Baum in den Garten pflanzen – besser noch pflanzen lassen. Doch welcher Baum passt wirklich in Ihren Garten? So finden Sie es ganz einfach heraus: Erst Standort bestimmen, dann Auswahl treffen.  

Der Apfeldorn, Insektenmagnet und Vogelnährgehölz | Video

Kontrollieren Sie Kübelpflanzen im Winterquartier

Im Winterquartier können sich Schädlinge oft ungehemmt vermehren. Kontrollieren Sie deswegen regelmäßig Kübelpflanzen und behandeln Sie Schildläuse, Blattläuse und Co. zeitnah und konsequent. Regelmäßiges Lüften gehört unbedingt dazu.

Wie wird man Schildläuse wieder los?

  • Nehmen Sie einen rauen Putzschwamm plus Wasser und reiben Sie die Schildläuse damit von Ästen und Zweigen. Eine alte Zahnbürste erfüllt den gleichen Zweck und kommt besser in die Ecken.
  • Sprühen Sie anschließend die Pflanze tropfnass ein mit einer Mischung aus 20 ml Spiritus + 20 ml Schmierseife auf 1 Liter Wasser.
  • Wiederholen Sie die Behandlung bei Bedarf.

Bei einer stark wüchsigen Kübelpflanze wie beispielsweise einer Paradiesvogelblume / Strelitzie können Sie auch einfach das betroffene Blatt bodentief abschneiden. Weg ist weg. Die Strelitzie treibt bald wieder aus.

Schildläuse kommen gerne, wenn eine Pflanze im Winter zu warm steht – oder einfach nur ungünstig. Robuste Kübelpflanzen wie beispielsweise Echter Lorbeer, Olive oder Oleander sollten deswegen solange wie möglich draußen bleiben. Echter Gewürzlorbeer hält unbeschadet und in einem großen Pflanzkübel gut 8 Grad minus aus. Wird es kälter, genügt es schon, ihn für wenige Frostnächte reinzuholen oder einen besseren Winterschutz drüber zu legen.

Vergessen Sie das Gießen nicht

Die meisten Pflanzen erfrieren nicht im Winter, sondern vertrocknen. Das gilt für Immergrüne draußen und für Pflanzen im Winterquartier ebenso:

  • Machen Sie daher regelmäßig die Fingerprobe und gießen Sie vorsichtig nach Bedarf. Wasser darf nicht im Übertopf oder Untersetzer stehen bleiben.
  • Immergrüne Gehölze, egal ob ausgepflanzt oder im Pflanzkübel, wie beispielsweise Glanzmispel, Lebensbaum (Thuja, Zypresse, Scheinzypresse), Kamelie oder Bambus brauchen auch im Winter genügend Bodenfeuchtigkeit. Gießen Sie, aber nur an frostfreien Tagen.
  • Gießen Sie auch Christrosen und Lenzrosen, insbesondere wenn sie an einem Gehölzrand wachsen. Gehölze rauben der magischen Helleborus das Wasser, was später vertrocknete Knospen zufolge hat.

Die meisten Regenmesser, die ich kenne, sind aus Kunststoff und halten Frost nicht aus. Sie platzen auf. Räumen Sie Ihren Regenmesser daher rechtzeitig rein. Gleiches gilt für Gießkannen. Füllen Sie sie noch einmal mit Regenwasser aus der Tonne und dann ab mit ihnen einen frostfreien Raum. So haben Sie zum Gießen Ihrer Zimmerpflanzen auch im Winter Regenwasser.

Ein Regenmesser ist unentbehrlich im Sommer, doch im Winter muss er ins Haus.

Ein Regenmesser ist unentbehrlich im Sommer, doch im Winter muss er ins Haus.

Überwintern Sie Terracotta-Töpfe frostfrei

Viele Terracotta-Töpfe sind leider nicht frosthart. Sie werden am besten frostfrei in einer Garage oder im Keller überwintert. Wenn das nicht möglich ist: Stellen Sie die entleerten Töpfe trocken und auf Füßen gelagert auf. Wasser muss jederzeit abfließen können.

Kümmern Sie sich um Ihre Gartenvögel

Besorgen Sie sich gutes, am besten spelzenfreies Vogelfutter und füllen Sie damit mindestens zwei Futterstationen für Vögel. Egal ob Futterautomat, Futtersilo oder Vogelfutterhaus: Wichtig ist die Hygiene, damit sich die Vögel nicht gegenseitig mit irgendwelchen Krankheiten anstecken.
Sie können Vogelfutter auch selbst herstellen. Wie, steht gleich nebenan.

Der Ziergarten im Dezember bleibt Heimstätte für Gartenvögel

Erlenzeisige am Futtersilo. Im Dezember kommen auch Durchreisende aus dem Norden zu Besuch. Gut, wenn sie dann genügend Futter finden.

Gewinnen Sie Extrapunkte für ihr Karmakonto und stellen Sie Vögeln auch im Winter regelmäßig frisches Wasser zur Verfügung. Das mag schwierig sein an richtig frostigen Tagen, aber nicht unmöglich. Vögel gewöhnen sich an „Wasserzeiten“. Also mittags die Wasserschale frisch füllen und abwarten. Es dauert nicht lange, und die Piepmätze fliegen an.

Verwenden Sie kein Salz auf dem Gartenweg

Es ist gut, richtig und wichtig, Gartenweg und Treppe eisfrei zu halten. Aber es gibt bessere Möglichkeiten, als dafür Auftausalz zu verwenden: Sand! Warum? Weil Salz mit dem Tauwasser automatisch ins Beet sickert und dort den Pflanzen schadet.

Reinigen und pflegen Sie Ihre Gartengeräte und Werkzeuge

Wer seine (teuren) Gartengeräte liebt, der gönnt ihnen zum Jahresende noch eine extra Portion Pflege: Erst den Dreck wegmachen, dann mit einem in Öl getränkten Tuch abwischen und danach trocken aufbewahren. Im Januar beginnt bereits die neue Gartensaison – am besten mit funktionierenden und bestens gepflegten Werkzeugen und Geräten.

Desinfizieren Sie Rosenschere, Gartenschere und Astschere und Säge am besten nach jedem Gebrauch, um Krankheiten nicht von Pflanze zu Pflanze zu übertragen. Zum Desinfizieren eignet sich Spiritus, hochprozentiger Alkohol oder Abbrennen.

Derweil kann dann auch der Rasenmäher in die Werkstatt zum Messerschleifen, Ölwechsel etc. Abholen nicht vergessen. Im April wird er schließlich wieder gebraucht.

Weitere Tipps und eine Checkliste, wie Sie den Ziergarten im Dezember winterfest machen, finden Sie gleich nebenan.