Der Blumengarten im Februar ist spannend. Einerseits kommen bereits erste Frühboten, andererseits kann es, je nach Region, noch einmal richtig kalt und frostig werden. Aber die gute Nachricht für alle ist: Es geht wieder los im Garten und auf der Fensterbank. Darauf warten Gartenfreunde schon sehnlichst. Sie auch? Dann lesen Sie weiter und erfahren Sie, welche Aufgaben rund um Winterquartier, Anzucht der Sommerblumen, Gehölz-, Stauden- und Clematis-Schnitt im Februar tatsächlich anstehen.

Was gibt es zu tun im Zier- und Blumengarten im Februar?

Gehölze, Hortensien und Clematis schneiden

  • Noch bis Ende Februar können Sie Gehölze schneiden, danach (ab 1. März) beginnt die Brutsaison der Vögel und dann dürfen sie nach Bundesnaturschutzgesetz Sträucher, Hecken, Bäume nicht mehr schneiden oder gar „auf Stock“ setzen. Also ran an Hecken- und Astschere.
  • Schneiden Sie jetzt auch sommerblühende Sträucher wie die Bartblume, Mönchspfeffer oder Sommerflieder stark zurück. Nur keine Angst: Je stärker der Rückschnitt, desto größer der Austrieb.
  • Lichten Sie ältere Ziersträucher aus. Nehmen Sie dazu totes und sehr altes Holz an der Basis heraus. Wenn Sie regelmäßig bis zu 30 Prozent der ältesten Äste herausnehmen, verjüngt sich der Strauch laufend.

Wichtig: Schneiden Sie Flieder nicht jetzt, sondern erst NACH DER BLÜTE. Gleiches gilt für Forsythien, Kerria (Ranunkelstrauch), Kornelkirsche und andere früh blühenden Sträucher.

Hortensie Endless Summer blüht am einjährigen Holz

Hortensie Endless Summer blüht am einjährigen Holz und wird am besten im Februar / März bodentief abgeschnitten

  • Gegen Ende des Monats ist auch Zeit für den Schnitt der Hortensien. Aber Vorsicht: Jede Hortensie braucht einen anderen Schnitt.
  • Ballhortensie Annabelle: Schneiden Sie alles etwa 10 cm über dem Boden ab. Tipp: Die verholzten alten Triebe eignen sich gut als Kletterhilfe für junge Kletterpflanzen, Tomaten oder Paprikapflanzen auf dem Fensterbrett.
  • Bauernhortensien, Eichblatt- und Samthortensien: Schneiden Sie die alten Blüten knapp darunter ab. Schauen Sie genau hin: Unterhalb der verwelkten Blüten sind bereits Knospen. Setzen Sie die Schere knapp darüber an.
  • Hortensien, die am diesjährigen Holz blühen, wie „Endless Summer“ oder „For Ever and Ever“, werden am besten bodentief abgeschnitten. Sie lassen sich so leichter mit Vlies abdecken, wenn die Eisheiligen kommen und es noch einmal so richtig frostig wird.
  • Rispenhortensien wie Ghost oder Vanilla Fraise werden etwa 15 cm oberhalb des Bodens abgeschnitten. Wenn Sie jedoch eine Rispenhortensie zu einem größeren Gehölz erziehen möchten, kürzen Sie alle Triebe nur um ein Drittel. Doch Vorsicht: Die Rispenhortensie wird so zwar höher, verkahlt jedoch schnell von unten.
  • Bei Kletterhortensien schneiden Sie nur die alten Blütenstände ab.

Schneiden Sie Clematis nach jeweiliger Schnittgruppe

  • Falls noch nicht geschehen: Schneiden Sie auch Ihre Clematis. Achten Sie dabei unbedingt auf die jeweilige Schnittgruppe. Clematis ist nämlich nicht gleich Clematis. Wann, welche Clematis wie geschnitten wird, erkläre ich nebenan.

Stauden putzen, teilen und neu setzen

  • Gegen Ende des Monats und falls der Boden gut abgetrocknet ist, können Sie zu groß gewordene Stauden teilen und versetzen.
  • Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen im Staudengarten. Manchmal schiebt Frost Stauden hoch. Nehmen Sie diese Pflanzen komplett auf und pflanzen Sie diese anschließend tiefer. Einfach ins Erdreich zu drücken, ist dagegen keine gute Idee.

Stauden ausputzen

Sobald die Beete etwas abgetrocknet sind, können Sie mit dem Staudenschnitt beginnen. Schneiden Sie dazu altes Kraut, Samenstände und Verwelktes bodentief ab: Fetthenne, Purpur-Sonnenhut, Rudbeckien, Taglilien, Schafgarbe aber auch Frauenmantel, Wieseniris, Sumpfschwertlilie, Blutweiderich, Eisenkraut und weitere.

Lenzrosen blühen schon im Blumengarten im Februar

  • Schneiden Sie die Blätter der Elfenblumen vorsichtig ab. Die hübschen Blüten kommen bald und würden unter dem dichten Blätterkleid sonst einfach untergehen.
  • Entfernen Sie die alten Blätter der Lenzrosen. Die dicken Knospen der Lenzrosen sind schon da und die schönen Blüten sehen über frischem Laub sehr viel besser aus. Keine Sorge, Lenzrosen treiben nach dem Schnitt der Blätter sehr schnell wieder aus.
  • Schneiden Sie Gartennelken jetzt stark zurück. Die Kopfstecklinge, die dabei entstehen, können Sie auch gleich zum Vermehren verwenden s. u.
  • Schneiden Sie Ampelglockenblumen an der Basis ab. Auch diese Kopfstecklinge eignen sich zur Vermehrung. Dazu stecken Sie die Stecklinge in kleine Blumentöpfe mit sandigem Substrat. Töpfe bei 12-14 Grad in einer durchsichtigen Aufbewahrungsbox aufstellen, täglich lüften, gelegentlich ansprühen, abwarten bis sich frisches Grün zeigt und die Töpfe durchwurzelt sind.

Ziergräser stutzen und teilen

Bevor Ziergräser wieder austreiben, sollten Sie sie jetzt möglichst tief abschneiden. Falls die Horste zu dick geworden sind, können Sie Gräser jetzt auch teilen und versetzen.

Blumenzwiebeln setzen und düngen

Falls Sie im Herbst vergessen haben, Tulpen, Narzissen oder Zierlauch zu setzen, können Sie dies jetzt noch tun.

Düngen Sie Blumenzwiebeln sobald ihr Grün austreibt und zu sehen ist. Verwenden Sie dazu sofort wirkenden mineralisch-organischen Stauden- oder Blumenzwiebeldünger und keine Hornspäne. Diese geben ihre Nährstoffe nur langsam her und dann ist es für die Frühblüher längst zu spät.

Einjährige Sommerblumen vom letzten Jahr rausnehmen

Einjährige Sommerblumen des letzten Jahres haben ihr Pflicht und Schuldigkeit getan und sich inzwischen bestimmt gut versamt. Sie können weg mitsamt ihrer Wurzel. Doch aufgepasst: Zwischen den alten Pflanzen wachsen bestimmt schon viele Sämlinge. Einjähriger Rittersporn, Ringelblumen, Kornblumen, Mohn, Kalifornischer Goldmohn, Jungfer im Grünen, Mutterkraut sind längst schon da. Sichten Sie Ihre Schätze und vereinzeln Sie zu dicht stehende Bestände.

Tipp: Verpflanzen Sie Sämlinge, sofern sie woanders wachsen sollen, möglichst früh.

Aussaat auf der Fensterbank

Blumengarten im Februar: Schwarzäugige Susanne braucht 4-5 Monate von der Aussaat bis zur Blüte

Schwarzäugige Susanne, Thunbergia, braucht 4-5 Monate von der Aussaat bis zur Blüte

Die Aussaat beginnt mit Sommerblumen mit langer Entwicklungszeit. Dazu gehören Schwarzäugige Susanne, Kletterndes Löwenmäulchen, Glockenrebe aber auch Leberbalsam, Agastache und Salvien.

Besorgen Sie sich am besten einen (kostenlosen) Aussaatkalender und säen Sie nicht zu früh. Denn erst ab März reicht das natürliche Licht auf der Fensterbank für die gesunde Entwicklung der Sämlinge und Jungpflanzen. Gärtnern im Blumengarten im Februar bedeutet auch, Ruhe und Geduld zu bewahren.

Pflanzen Sie Knollenbegonien jetzt in Töpfe. Auch sie haben eine sehr lange Entwicklungszeit. Worauf Sie dabei achten müssen, erkläre ich hier.

Kübelpflanzen pflegen im Winterquartier

  • Kontrollieren Sie wöchentlich das Winterquartier und lüften Sie an frostfreien Tagen ausgiebig. 10 Minuten Stoßlüften sollten Sie Ihren Pflanzen schon gönnen.
  • Prüfen Sie, ob sich Schädlinge auf den Kübelpflanzen sitzen und gehen Sie sofort gegen den Befall vor. Spinnmilben und Thripse entdecken Sie anfangs leider nur mit der Lupe, Blattläuse, Woll- und Schildläuse können Sie dagegen schnell und mit bloßem Auge erkennen. Achten Sie besonders auf die Blattachseln. Dort sitzen Schädlinge anfangs am liebsten.
  • Gießen Sie Kübelpflanzen im Winterquartier und draußen an frostfreien Tagen. Insbesondere immergrüne Kübelpflanzen wie Oleander, Echter Gewürzlorbeer, Granatapfel, Olive oder Kapernstrauch, brauchen wieder etwas mehr Wasser. Machen Sie zur Sicherheit dennoch eine Daumenprobe.
  • Achten Sie auf Schimmel auf Dahlien- oder Begonienknollen und Gladiolenzwiebeln und entsorgen sie betroffene Knollen und Zwiebeln sofort.
  • Ende Februar können Sie Perlagonien für den Blumen- und Balkonkasten vorbereiten: Schneiden Sie dazu alle Triebe auf etwa zwei Blattansätze zurück. Entfernen Sie die alte Erde und kürzen Sie die Wurzeln um die Hälfte. Topfen Sie anschließend die Perlagonien in frische Erde, wobei kleinere Blumentöpfe besser sind, als zu große.
  • Bereiten Sie Wandelröschen, Plumbago und Blauflügelchen ebenso vor.
  • Stellen Sie Perlagonien, Fuchsien, Wandelröschen, Plumbago (Bleiwurz), Blauflügelchen anschließend an ein helles Fenster, halten Sie die Kübelpflanzen aber weiterhin kühl bei 12-15 ° C. Gießen Sie erst nach dem Austrieb wieder etwas vermehrt.

Sobald sich bei der Clivie Knospen unten am Blattansatz zeigen, wird sie wieder normal gegossen und gedüngt. Manchmal bleibt jedoch ein Blütenstiel unter den Blättern hängen. Gießen Sie dann einmal mit gut handwarmen, bis 40 °C, Wasser. Nach der Blüte können Sie die Clivie umtopfen. Mehr Infos über die nostalgische Zimmerpflanze gleich nebenan.

 Mein Blumengarten im Februar beginnt mit der Blüte der gelber und oranger Klivien auf der Fensterbank

Der Blumengarten im Februar. 10 Tipps zum Start in die Saison. | Womit beginnt die Gartensaison? Mit der Aussaat der Sommerblumen im Haus, mit Stauden- und Gehölzschnitt. Der Garten wird so langsam wieder aufgeräumt und auch die Pflanzen im Winterquartier brauchen jetzt wieder mehr Aufmerksamkeit. Los geht's ...

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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