So gestalten Sie ein Blumenbeet, das lange blüht.

Gepostet am Mai 18, 2016 in Featured, Gartenwissen kompakt

Wer seinen Garten liebt, sorgt dafür, dass immer irgendetwas blüht. Mal sind es die Frühblüher, mal ein Gehölz und mal ein ganzes Blumenbeet. Wobei ein einzelnes Blumenbeet so zu gestalten, das es möglichst lange blüht, durchaus zur Kür der Gartengestaltung gehört und nur zu schaffen ist, wenn man Blumenzwiebeln, Sommerblumen, Stauden und Gehölze geschickt miteinander kombiniert. Jetzt im Mai ist die Zeit der Frühblüher, Tulpen und Narzissen schon vorbei und damit höchste Zeit für den Sommerflor. Die Frage ist nur, was tun mit den abgeblühten Blumenzwiebeln? Und wie wird ein abgeräumtes Tulpenbeet möglichst schnell wieder schön?

Blumenbild Frühlingstanz der eleganten Tulpen

Oben tanzen elegante Tulpen, unten wächst bereits der Sommerflor.

Vom Frühlings- und Tulpenbeet zum Sommerblumenbeet.

Wer Tulpen liebt, wertvolle Sorten hat und sie im Garten behalten will, der pflegt Tulpen wie Stauden, gönnt ihnen Dünger schon beim Austrieb und lässt die Blätter nach der Blüte stehen, bis sie verwelkt sind. Zuvor knipst man sorgsam noch alle Fruchtstände ab. Das Problem an dieser Methode ist: Das Blumenbeet sieht mindestens vier Wochen lang ziemlich bescheiden aus. Nicht jeder kann und will diesen Anblick ertragen, schon gar nicht wenn der Garten klein ist und der Sommerflor bereit zum Pflanzen ist.

Ausgraben der Tulpenzwiebeln

Ihr Beet ist zu klein für welkende Tulpenblätter? Dann raus damit. Am besten erledigen Sie das mit einer Grabegabel. Bei der Gelegenheit entfernen Sie auch gleich sämtliche Beikräuter, insbesondere solche, die tief wurzeln und/oder sich mit Ablegern vermehren. Löwenzahn, Quecke, Distel, Vogelmiere, Schaumblüte … alles muss sorgsam raus und am besten, bevor das Unkraut blüht und sich versamt.

Stauden wachsen zwischen den Tulpen

Pfingstrose, Taglilie und jede Menge Polsterpflanzen wachsen vor und zwischen den Tulpen

Bereiten Sie das Blumenbeet sorgsam vor.


Ist alles raus, arbeiten Sie Hornspäne, organischen Dünger oder Kompost ein. Seien Sie dabei aber sparsam, denn die meisten Sommerblumen zählen zu den Schwachzehrern. Harken Sie die Fläche anschließend glatt und lassen Sie das Beet noch ein paar Tage ruhen. Während dieser Zeit setzt sich der aufgearbeitete Boden wieder und übersehenes Unkraut treibt munter wieder aus. Entfernen Sie es selektiv mit einem Wurzelstecher und los geht es mit dem Pflanzen und/oder Säen.

Blumenbeet gestalten mit Pfingstrose und Staudenlein, Polsterstauden und im Frühling jede Menge Tulpen

Fast gleicher Standort wie beim oberen Bild: Pfingstrosen, Polsterpflanzen und Staudenlein blühen dort, wo vorher Tulpen standen. Dazwischen wartet bereits die Taglilie auf ihren Einsatz.

Streng nach Pflanzplan oder wie wird was gepflanzt?

Ein völlig leeres, quasi jungfräuliches Blumenbeet hat den großen Vorteil, dass Sie darin tatsächlich Pflanzpläne verwirklichen können. Gartenzeitschriften, talentierte Gärtner und Landschaftsgestalter zeigen im Netz und in vielen Gartenbüchern, was geht und schön aussieht. Das Buch „Das 5-Pflanzen-Prinzip“ kommt dabei sogar nur mit 5 verschiedenen Pflanzen. Holen Sie sich überall Anregungen und dann machen Sie sich wieder frei davon. Denn 1. sieht ein Pflanzplan in der Theorie immer perfekter aus als die Wirklichkeit und 2. erfüllt der eigene Garten nur sehr selten exakt die gleichen Anforderungen, wie der professionelle Plan es vorgibt. Fakt ist: Irgendwelche Fixpunkte sind in jedem Garten gegeben. Ein Baum, ein Bauwerk, schöne und gut etablierte Stauden und Gehölze, auf die Sie nicht verzichten möchten. Die Herausforderung ist, die Fläche drum herum schön und abwechslungsreich zu gestalten. Legen Sie los!

Blumenbild Teppichastern im Blumenbeet

Teppichastern bedecken den Platz der kleinen Frühblüher.

Achten Sie auf diese sechs Grundregeln beim Pflanzen

Trotz aller Freiheit, die ein freies Beet gewährt, wenn Sie die Grundregeln beherzigen, kommen Sie leichter und besser zum Ziel.

  1. Leitpflanzen / Leitstauden kommen zuerst. Leitpflanzen sind hohe Stauden, beispielsweise Rittersporn (Delphinum), Sonnenbraut (Helenium) oder der Rote Sonnenhut (Echinacea), Rosen und andere hohe Sommerblumen. Sie brauchen Platz, um sich zu entwickeln und schön zu wirken. Verteilen Sie Ihre Leitpflanzen mit reichlich Abstand voneinander und setzen Sie sie in den hinteren Teil des Beetes.
  2. Begleitpflanzen / Begleitstauden sind mittelhohe Pflanzen mit möglichst langer Blühzeit. Sie komplettieren die Leitpflanzen, ergänzen sie in Bezug auf Blütenfarbe oder Blattstruktur.
  3. Akzentpflanzen. Sehr hohe Pflanzen wie Fingerhut (Digitalis), Stockrose (Alcea rosea) oder Königskerze (Verbascum) setzen zwischen der Pflanzung einzelne Akzente.
  4. Mit Füllpflanzen / Füllstauden in die Fläche gehen. Kleine bis etwa kniehohe Sommerblumen wirken in der Fläche besonders schön. Setzen Sie also beispielsweise Löwenmäulchen und Nelkenwurz (Geum) nicht einzeln, sondern lieber in Tuffs mit mindestens fünf und mehr Pflanzen.
  5. Polsterartige Sommerblumen und Polsterstauden kommen vorne an den Rand. Niedrige Polsterstauden werden mit der Zeit richtig breit, überfluten Wege und wandern auch in die Mitte des Beetes. Setzen Sie die einzelnen Pflanzen also lieber nicht zu eng. Ein schönes Beispiel bieten Kissenastern: Jeder kleine Wurzelableger entwickelt sich zu einer vollständigen Pflanze, die noch im gleichen Jahr blüht. Es genügt also manchmal schon im Frühling bei der Pflanzenbörse in der Nachbarschaft einen Ableger zu ergattern, um im Herbst damit gleich mehrere laufende Meter Gartenweg zu säumen.
  6. Dicht wachsende Stauden und Blattschmuckpflanzen wie Purpurglöckchen (Heuchera) oder Bergenien sind das ganze Jahr über attraktiv und helfen die unschönen Beine der Rosen, Astern und anderer hoher Stauden zu kaschieren.
Taglilien lassen Tulpenblätter schnell verschwinden

Taglilien lassen Tulpenblätter schnell verschwinden

Entwickeln Sie eigene Ideen für Ihr Blumenbeet

Garten hat viel mit Gestaltung zu tun, mit eigener Kreativität und Fantasie. Solange Sie die wichtigsten Grundregeln beachten, sind Sie frei, eigene Beete zu gestalten. Sie können Wellen mit gelben Sonnenhut (Rudbeckia) pflanzen, Herzen aus Purpurglöckchen (Heuchera), ein Rondell aus Funkien (Hosta), einen Wall mit Rosen, einen dichten Pfad mit Frauenmantel oder, oder, oder.

Falls Sie weitere fundierte Tipps zur Gartengestaltung brauchen, empfehle ich gerne: Gestalten mit Pflanzen. Das Große Handbuch von Matt James. Im Schwesterblog stelle ich diese wunderbare Buch ausführlich vor.


Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pin It on Pinterest

Share This
Der Blumenbote. Newsletterservice von Nature to Print

Der Blumenbote

Blumenbilder, Bücher und Praxis-Tipps für Gartenfreunde

Vielen Dank, Ihre Anmeldung hat geklappt.