Frühlingserwachen mit roten Lenzrosen

Gepostet in Pflanzenlieblinge

Rote Lenzrosen im Garten

Rote Lenzrose – Helleborus orientalis

Märchenhaft schön, aber giftig. Derzeit blühen überall in den Gärten wieder Helleborus orientalis. Der hierzulande gebräuchliche Name, Lenzrose, ist natürlich der Jahreszeit, in der sie blüht geschuldet. Ihre kleine, weiß blühende Schwester hatte dagegen schon zur Weihnachtszeit ihren großen Auftritt und heißt dementsprechend Christrose (Helleborus niger).

Blumenbild Eisprinzessin, weiße Christrose, freigestellt

Weiße Christrose, Helleborus niger

Im Garten sind Lenzrosen zumeist ziemlich unkompliziert. Wo es ihnen gefällt, bleiben sie gerne für immer stehen. Das können dann gerne auch mal 25 Jahre und länger sein. In dieser Zeit sorgt die Lenzrose für unendlich viele Sämlinge, die jedoch, sobald mehrere Lenzrosen im Garten stehen, nicht (oder nur selten) sortenrein sind, sondern später in allen Farben und Variationen blühen. Züchter nutzen die Vermehrungsfreudigkeit der Stauden und kreieren zusätzlich laufend neue Sorten. So gibt es weiße, rosa, weinrote, fast schwarze, getupfte und blanke, einfache, gefüllte, doppelt gefüllte, barock gerüschte, große und kleinblütige Lenzrosen und sie alle sind im Garten einfach wunderbar. Zähe Wesen sind sie obendrein, mitunter wachsen sie sogar in Pflasterritzen.

Vorsicht: Alle Teile der Lenzrosen sind giftig.

Nichtsdestotrotz wurde die pulverisierte Wurzel der Nieswurz, wie Christrosen auch noch heißen, früher als Niespulver und als Herzmittel bzw. zum Harntreiben verwendet. Heilkundigen war Helleborus niger jedoch schon damals suspekt, stand doch in ihren schlauen Büchern: „Drei Tropfen machen rot, zehn Tropfen machen tot.“

Zwerg Nase wurde durch Nieswurz vom bösen Zauber erlöst.


Meine erste „Begegnung“ mit Helleborus hatte ich in meiner Kindheit. Damals kannte ich allerdings weder die Pflanze, noch wusste ich etwas über ihre Giftigkeit. Immerhin „lernte“ ich durch Wilhelm Hauffs Märchen „Zwerg Nase„, dass Nieswurz einen verwunschenen Zwerg zurück in einen Menschen verwandeln kann.

Gerüschte Lenzrose

Gefüllte rote Lenzrose

Lenzrosen sind keine Zimmerpflanzen.

So schön die langstieligen Lenzrosen auch sind: Fürs Haus sind sie leider nicht geeignet. Man kann sie im Topf kultiviert einige Tage im kühlen Zimmer aufstellen. Doch auf Dauer gefällt ihnen die unnatürliche Wärme im Haus natürlich nicht. Sie sollten lieber so rasch als möglich wieder in den Garten wandern. Dort bevorzugen sie einen guten humosen, leicht lehmigen Boden, der im Frühling sonnig sein darf und im Sommer halbschattig. Unter Büschen, Hecken und Bäumen fühlen sich Helleborus durchaus wohl. Mein Eindruck ist: Lenzrosen sind leichter als Christrosen im Garten zu kultivieren.

Lenzrosen eignen sich leider auch nicht für den Vasenschnitt. Experten begründen dies mit ihren langen, anfangs noch recht weichen Stielen. Noch nicht einmal das bei den Christrosen empfohlene kreuzweise Einschneiden der Stiele bewahrt Lenzrosen in der Vase vor ihrem vorzeitigem Aus. Wer Lenzrosen jedoch partout auf dem Tisch haben will, scheidet die Blüten sehr kurz ab und setzt diese wie schwimmende Seerosen in eine mit Wasser gefüllte Schale. Nur für Helleborus auf Leinwand oder Kunstdruck gilt: Lenzrosen verkünden den (ewigen) Frühling.

Rote Lenzrose im Morgenlicht


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