Monday, 16. January 2012
Gärtnern im Vorvorfrühling
Ja, es ist Winter und Mitte Januar hat der Frühling noch keine Rechte. Dennoch haben die vergleichsweise milden Temperaturen der letzten Wochen schon so manches Zwiebelgewächs dazu bewogen, einen Zahn zuzulegen. Unter dem vertrockeneten Katzenminzenkraut blitzen immer mehr Hyazinthen, Krokusse und Tulpen hervor. Auch Schneeglöckchen habe ich schon gesichtet.
Da juckt es doch gleich in den Fingern. Schere raus und weg mit dem Katzenminzegestrüpp - sonst würde ich die Blüte meiner Schneeglöckchen glatt verpassen.
Gerade zur rechten Zeit kommt auch dieser Tipp: Düngen Sie jetzt Ihre Blumenzwiebeln. Tulpen, Hayazinthen und Co freuen sich über eine gute Portion Blaukorn. Keine Angst, mit dieser Düngergabe andere Pflanzen im Beet zur Unzeit zum vorzeitigen Austreiben zu bewegen. Solange die Photosynthese der Stauden und Rosen noch nicht begonnen hat, ignorieren sie die Düngergabe komplett. Alleine den Blumenzwiebeln, die jetzt schon in den Startlöchern stehen und mit jedem Grad mehr fleißig austreiben, kommt die Düngergabe zugute.
Das Beste an der Sache ist: Es genügt, Blaukorn locker auf den Blumenzwiebelbeeten zu verteilen. Einarbeiten nicht nötig. Regen, Schnee und Frost sorgen schnell für den Rest.
Einziger Haken, den ich für mich entdecken kann: Ich habe keinen einzigen Krümel Blaukorn mehr im Haus.
Tuesday, 20. December 2011
Chic, aber mit Schwächen im Design. Leonardo Vase Zebra unter die Lupe genommen.
Ich liebe Vasen und halte es wie meine Oma, die schon vor mehr als 40 Jahren zu sagen pflegte: "Kind, Vasen hat frau nie genug." Mein Opa verwöhnte sie wöchentlich mit Blumen und mit so manchem mehr. Von meiner Oma lernte ich allerdings auch, dass Sauberkeit die Grundvorraussetzung sind, damit Blumensträuße lange halten. Das Auswaschen mit Spüwasser unter Verwendung einer Flaschenbürste war bei Oma Pflicht. Ich halte es genauso, zumal Gartenrosen oder Blumen aus dem Garten von sich aus nicht so lange halten, wie Blumen, die speziell für die Vase gezüchtet werden.
Um so ärgerlicher, wenn Designer beim Entwickeln einer neuen Vase nicht an ihren späteren Gebrauch denken. Was man als Blumenfreund bei einer Vase überhaupt nicht brauchen kann, sind scharfe Kanten und breite, nach innen gewölbte Ränder, die das restlose Ausleeren verhindern. So geschehen bei Vase Zebra von Leonardo.
Rein äußerlich überzeugt Vase Zebra von Leonardo durch ihr markantes, schwarzweißes Streifendesign und durch ihre schlanke Linie. Perfekt, um eine einzelne langstielige weiße oder rote Blume zu präsentieren. Diese darf allerdings weder schwer noch kopflastig sein. Denn, und genau daran zeigt sich der zweite Designfehler dieser Vase: Sie ist leider viel leichter als gedacht. Da standen wohl Finanzkontroller am Glasofen und keine gestandenen Glasbläser. Diese hätten es nämlich besser gewusst: Schmale Vasen müssen schwer sein - besonders unten herum.
Möglicherweise liege ich aber ganz falsch mit meiner Vermutung. Vielleicht ist Vase Zebra im Grunde keine Vase, sondern nur eine nett gemeinte Dekoration, die man neben handgeschnitzten Tierfiguren aus Afrika stellt. Dazu fehlt nur noch schummeriges Licht, damit niemand merkt, wenn die drapierte Blume auch nicht echt, sondern nur aus Seide oder gar Plastik ist. Wie gut, dass Oma das nicht mehr erleben muss.
Wednesday, 14. December 2011
Neuer Trend aus Schweden: Stilvoll gärtnern im romantischen Look.
Hierzulande ist es leider oft üblich, mit den ältesten Klamotten zu gärtnern. Die abgelegte ehemalige Lieblingsjeans, ein T-Shirt, aus dem die Flecken nicht mehr ganz rauszukriegen sind. Uraltsocken an den Füßen und dann nichts wie raus. Natürlich in potthässlichen billigen Plastikgaloschen vom Discounter. Warum Hobbygärtner beim Gärtnern so wenig auf ihr Äußeres achten? Vielleicht weil sie zu geizig sind, „nur“ für den Garten spezielle Kleidung zu kaufen. Warum eine praktische Gartenhose anschaffen, wenn es die alte Jeans fast genauso gut tut. Vielleicht liegt es aber auch an dem fehlenden Angebot. Denn wirklich praktische Arbeitshosen gab es bislang auch nur in den Sorten hässlich bis unbrauchbar. Zudem ist der Markt der Arbeitsbekleidung eher auf schwer arbeitende Kerle angelegt. Karierte Hemden, Blaumänner und derbe Arbeitsschuhe. Rein optisch hat sich daran in den letzten 50 Jahren nur wenig geändert – auch wenn manche Hersteller ihre Sachen inzwischen mit „Work Ware“ betiteln. Chic ist anders.
Ganz anders ticken die gartenverrückten Engländer. Dort geht man fast so chic in den Garten, wie zum Wochenmarkt. Natürlich muss gartentaugliche Kleidung waschbar, robust und praktisch sein – darüber hinaus gibt es jedoch keinen Grund, auf einen gewissen Chic zu verzichten.
Das dachte sich auch Petra Maison, Gründerin des schwedischen Modelabels GardenGirl. Die Designerin und Gartenliebhaberin mag es romantisch und praktisch zugleich. Kräftige Lederhandschuhe mit langen Stulpen im Rosendesign. Perfekt zum Schneiden der geliebten Rosen. Oder geblümte Latzhosen mit vielen praktischen Taschen, Schlaufen und Ösen. Gartenschuhe und Gummistiefel in Lindgrün und mit rosa Blümchendeko. Dazu Strohhut, T-Shirts und Pullis. Alles in rosaroten, lindgrünen oder mittelbraunen Tönen gehalten. Die große Frage ist, ob sich so was auch in Deutschland durchsetzen wird? Hobbygärtnerinnen knausern bei diesen Dingen ja gerne und gönnen sich stattdessen lieber eine weitere hübsche Pflanze fürs Blumenbeet. Zumal die Preise von GardenGirl eher abschrecken, denn einladen. Eine Gartenhose mit überdimensionierten Taschen und applizierten Knieschonern für 74 EUR? Dafür könnte man sich auch beim Rosenhändler seines Vertrauens fast schon vier Containerrosen gönnen. Rosen halten mit Glück Jahrzehnte und die Hose? Nichtsdestotrotz: Ein Anfang ist gemacht. Vielleicht ziehen jetzt endlich Work-Ware-Hersteller nach und denken beim Designen praktischer und sicherer Arbeitskleidung endlich mal an das Modebewusstsein oder an die Eitelkeit ihrer weiblichen Kunden. Schön wär‘s schon.














