Blüten, die nur von Luft und Liebe leben. Teil 3: Taglilien.

Gepostet in Gartenwissen kompakt

Nach Spornblume und Staudenlein lege ich heute dem faulen Hobbygärtner intelligenten Gartenfreund die Taglilie ans Herz. Hemerocallis, wie die Taglilie lateinisch heißt, hat unter Gärtnern und Pflanzensammlern viele Fans. Das mag an der riesigen Auswahl an Sorten liegen, aber auch daran, dass sie sich einfach vermehren und dabei auch schnell neue Sorten züchten lassen. Schneidet man das Verblühte nicht ab, sähen sich Taglilien gerne selber aus. So entstehen, je nach Tagliliennachbarschaft, auf natürliche Art interessante neue Sorten. Ob diese dann gefallen, zeigt sich allerdings erst in der nächsten oder gar übernächsten Saison.

 Taglilien sind robust und pflegeleicht.

Der größte Vorteil der Taglilien ist jedoch ihre Robustheit und dass sie so pflegeleicht sind. Dank ihrer dickfleischigen Speicherwurzeln überstehen sie problemlos längere Trockenperioden im Sommer. Wenn man jedoch schöne große Blüten erleben möchte, dann sollte man Taglilien bei Hitze und Trockenheit ausreichend gießen. Ansonsten hält sich der Pflegeaufwand sehr in Grenzen: Im zeitigen Frühjahr (März) entfernt man alle abgestorbenen und vertrockneten Blätter und alte Stielreste. Falls im Herbst noch nicht geschehen, graben Sie zu wuchtig und groß gewordene Horste aus, teilen sie und pflanzen die Wurzelstücke in frischer Gartenerde wieder ein.

Gedüngt wird etwa zur gleichen Zeit bzw. sobald sich erste Triebspitzen der Taglilien zeigen. Ob mit organischem Dünger, Langzeitdünger oder schlicht mit Blaukorn bleibt Geschmack und Budget überlassen.


Die Blütezeit der Hemerocallis erstreckt sich, je nach Sorte von Ende Mai bis Anfang September. Den Anfang machen die kleinen Sorten und entfernt man bei diesen täglich das Verblühte, so blühen sie im August vereinzelt sogar ein zweites Mal.

Vielfalt in Form und Farbe

Wenn eine Taglilien-Liebe mit einer einzigen goldgelben Blüte beginnt, dann ist vermutlich die Sorte Stella de Oro im Spiel. Ein preisgekrönter Klassiker der nur etwa 40 Zentimeter hoch wird und schon Ende Mai mit goldgelben Blütensternen aufwartet und im September/Oktober sogar ein zweites Mal blüht. Sie ist überaus wüchsig, begrünt in kürzester Zeit sonnige magere Böschungen und sieht auch nach der Blüte noch passabel aus.

Unter den Taglilien finden sich alle Farben zwischen Fast-Weiß bis hin zu einem tiefen Weinrot. Besonders hübsch und manchmal sogar richtig spektakulär sind die zwei- oder mehrfarbigen Blüten. Manche Blüten haben fein gezeichnete Ränder andere überraschen mit gekräuselten Blatträndern und wieder andere sind gefüllt. Es gibt extrem lange Trompetenblüten ebenso wie gedrungene Formen. Ihnen allen gemeinsam sind auffallend große Staubgefäße, wahre Magnete für Insekten aller Art.

Jede Blüte lebt nur einen einzigen Tag

Der Name der Taglilie ist Programm. Jede Blüte hat nur einen einzigen Tag Zeit, um gesehen, bewundert und idealerweise befruchtet zu werden. Danach stirbt sie – aber nicht ohne einer anderen Blüte Platz zu machen. An einem einzigen Stiel sitzen viele Knospen, die nach und nach größer werden und schließlich auch blühen. Um allerdings in den vollen Genuss der blühenden Schönheiten zu kommen, sollte der fleißige Hobbygärtner Verblühtes möglichst täglich entfernen. Am Besten spätabends, kurz vor dem Dunkelwerden. Denn da ist es am Einfachsten, die noch geöffnete Blüte des Tages abzuknipsen. Abgesehen davon: So ein Spaziergang durch den abendlichen Garten kann wunderbar entspannend sein. Die größte Hitze des Tages ist vorbei und Hummeln und Bienen schlafen schon.

Eine Ausnahme bei diesem Tipp: Es gibt auch Taglilien, die erst am späten Nachmittag / abends aufblühen und morgens verblühen. Sie duften wunderbar und sollten natürlich erst nach ihrem tatsächlichen Verblühen abgeknipst werden. Nachtfalter werden es danken.

Taglilien bereichern die Küche mit essbaren Blüten

Wer mag, verwendet Taglilienblüten auch in der Küche. Am besten ohne Staubgefäße. Die Blütenblätter schmecken je nach Sorte mal fruchtig-süß wie eine Papaya, mal säuerlich oder leicht scharf. Der Gourmet probiert sich da gerne querbeet. Mit Frischkäse gefüllte Taglilien sind eine Delikatesse und werden gerne zusammen mit Salzkräckern gereicht.

Taglilien sind wunderbare Fotomodelle

Wer Taglilien fotografieren will, sollte frühmorgens die Gunst des sanften Lichtes nutzen und/oder einen weißen Schirm verwenden, um starke Schatten und störende Lichtreflexe zu vermeiden. Ein Stativ erleichtert das Fotografieren zusätzlich. Die frühe Morgenstunde bringt noch einen weiteren Vorteil: Frisch geöffnete Blüten sind frühmorgens noch weitgehend frei von Blütenstaub. Ein Detail, auf das zu achten sich durchaus lohnt.

Lesetipp: Kostenloser Fotokurs "Wie Sie Blumen besser fotografieren."

 


    2 Kommentare

  1. Ich bin ja schon so gespannt auf die meinen. Ich hatte nämlich noch nie Taglilien. Die Blätter entwickeln sich bisher sehr gut!

    Danke nochmal dafür!

    • Die werden schon. Und jedes Jahr werden sie üppiger. Deswegen kann ich sie ja so gut verteilen ohne dass sich bei mir Lücken auftun 🙂

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Der Blumenbote. Newsletterservice von Nature to Print

Der Blumenbote

Blumenbilder, Bücher und Praxis-Tipps für Gartenfreunde

Vielen Dank, Ihre Anmeldung hat geklappt.

Pin It on Pinterest

Share This