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Betonpflanzsteine dauerhaft schön begrünen.

Niedrige Rosa Herbstmargeriten auf der Mauerkrone aus Betonpflanzsteinen

Niedrige Rosa Herbstmargeriten auf der Mauerkrone aus Betonpflanzsteinen

Betonpflanzsteine sind aus vielen Gärten kaum wegzudenken, weil sie an manchen Stellen so praktisch sind: Sie befestigen und terrassieren Hanggärten und so mancher Hobbygärtner begrenzt mit ihnen auch bestimmte Gartenareale. Doch seien wir ehrlich: Egal ob in Betongrau oder Rotbraun, rund oder eckig, schön sind Betonpflanzsteine alle nicht. Deswegen sollten sie auch nicht auf Dauer nackig im Garten stehen, sondern ihren Dienst am besten im Verborgenen leisten. Das geht, sofern sie gut und dauerhaft bepflanzt sind.

Auf den Standort kommt es an.

Ob Südlage in voller Sonne, halbschattig oder komplett schattig: Wer Betonpflanzsteine passend bepflanzen will, muss genau das als erstes herausfinden. Gehen Sie also raus in den Garten und prüfen Sie, von wann bis wann bei den Pflanzringen die Sonne scheint.

Pflanzen für Betonpflanzsteine müssen trockenheitsverträglich sein.

Egal ob Nord- oder Südseite: Betonpflanzringe ziehen immer Wasser. Wer „normale“ Pflanzen in den Pflanzringen gießt, muss 1. mehr und 2. öfter gießen. Es sei denn, es sind Pflanzen, die mit Trockenheit gut zurechtkommen. Viele Steingartenpflanzen können das, aber sie halten leider nicht immer die gestaute Hitze einer nach Süden gerichteten Gartenmauer aus.

Entweder mit Vlies oder Sie schicken laufend Erde nach Australien.

Eine Mauer aus Betonpflanzsteinen schluckt im Laufe der Jahre unglaublich viel Erde. Verwenden Sie daher nach Möglichkeit zum Auffüllen stabile Kübelpflanzenerde oder gute, torffreie Pflanzerde. Wenn Sie verhindern möchten, dass Ihre teure Erde laufend ans andere Ende der Erdkugel verschwindet, legen Sie unten in den Boden ein wasserdurchlässiges Vlies ein. Das verhindert auch das unerwünschte Durchsacken von Blumenzwiebeln oder Wurzeln.

Entweder gute Pflanzerde oder großer Frust.

Wer meint, er könne sich teure Sackerde sparen und füllt statt dessen normale Gartenerde in die Pflanzsteine, tut sich damit keinen Gefallen. Normale Gartenerde enthält nämlich IMMER Unkrautsamen und meistens auch Wurzelstückchen von ganz gemeinen Unkräutern wie Quecke, Giersch, Löwenzahn, Gundelrebe, Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans) und andere nervende Beikräuter. Sie im normalen Beet zu bekämpfen ist schon schwer, im Betonpflanzring ist diese Aufgabe fast unmöglich. Investieren Sie also lieber in gute Erde und halten Sie auflaufendes Unkraut in den Pflanzsteinen von Anfang an in Schach.

Sandige Gartenerde ist für Betonpflanzsteine übrigens genauso schlecht geeignet wie fetter Lehmboden. Sandige Erde hält das Gießwasser nicht und fetter Lehm verhärtet im Sommer zu einer wasserundurchlässigen Betonschicht. Die Pflanzen verdursten in beiden Fällen.

Tiefwurzelnde Pflanzen besser vermeiden.

Sehr tief wurzelnde Pflanzen haben in Betonpflanzringen nur dann eine Chance, wenn sie den gewachsenen Boden erreichen. Dagegen spricht allerdings das anfangs empfohlene Vlies und die Schotterschicht, die Gartenbauprofis unter die erste Lage einer Mauer aus Betonpflanzsteinen ausbringen und festrütteln. Besser geeignet sind Pflanzen mit überschaubarem Wurzelwerk, die auch gut in 30 Zentimeter großen Kübeln und Trögen wachsen würden. Noch besser geeignet sind Pflanzen mit fetten Wasserspeicherorganen an den Wurzeln, wie beispielsweise Taglilien oder Gewächse, deren Blätter Wasserspeicherorgane sind, wie beispielsweise Dickblattgewächse wie Fetthenne/Sedum oder Steinrosen/Dachwurz/Sempervivum.

Pflanzen für Betonpflanzringe für sonnige Plätze:

 

Lavendel in einer Gartenmauer aus Betonpflanzsteinen

Eidechse zwischen Spinnwebigen Steinrosen auf der Gartenmauer aus Betonpflanzsteinen

Niedrige Herbst -Chrysantheme auf der Mauerkrone

 

Betonpflanzsteine begrünen im Halbschatten

Staudenclematis Arabella hängt gerne kopfüber.

 

Tipp: In den untersten (offenen) Stein einer Mauer aus Betonpflanzsteinen gepflanzte Clematis eignet sich ebenfalls zum Kaschieren derselben. Zugang zum gewachsenen Boden und Spanndrähte zum Klettern sollten allerdings vorhanden sein. Gleiches gilt für wilden, selbst klimmenden Wein.

 

Stauden für Betonpflanzringe für schattige Standorte

 

Porzellanblümchen

Auch mit Kletterpflanzen wie Efeu, wilder Wein und Kletterhortensien können Sie hässliche Mauern aus Betonpflanzsteinen sehr gut kaschieren. Im Fall von Efeu ist dieser Sichtschutz sogar immergrün. Überlegen Sie es sich dennoch dreimal, ob Sie Efeu tatsächlich mögen. Sie werden ihn nämlich nur mit größtem Aufwand wieder los und ihn in Schach zu halten, kann zu einem echten Problem werden. Seien Sie also auf der Hut und informieren Sie sich vorab in der Baumschule Ihres Vertrauens nach Efeusorten, die nicht ganz so wuchskräftig sind.

 

Bevor Sie sich ans Pflanzen machen, beherzigen Sie bitte noch dieser Tipps:

Pflanzen Sie keine Gehölze (außer Lavendel), Contoneaster oder Koniferen in Betonpflanzsteine. Selbst wenn manche das eine Zeitlang überleben, ihr Wachstum wird deutlich gehemmt, die Pflanzen sind schneller gestresst und werden dementsprechend schneller krank. Und falls Sie eines Tages die Bepflanzung dann doch ändern wollen, bekommen Sie die Gehölze kaum aus den Pflanzringen, ohne dabei den Stein oder gar Teile der Mauer zu zerstören.

Wenn Sie Rosen in Betonpflanzsteine pflanzen möchten, dann besser nur Zwerg- oder klein bleibende Bodendeckerrosen und auch nur dann, wenn die Rosenwurzeln Platz genug nach unten haben. Zwei, besser drei Pflanzsteine hoch sollte es für tief wurzelnde Rosen schon sein. Im Sommer müssen Sie Ihre Rose in der Mauer dennoch sehr gut wässern. Viel besser ist es allerdings, Rosen hinter die Gartenmauer in gute Erde zu pflanzen und Lavendel in die Betonpflanzsteine zu setzen. Dann klappt es nämlich auch mit dem Dreamteam Rosen & Lavendel.

Lavendel im Betonpflanzstein vor Bodendeckerrose Sommerwind im Beet dahinter.

 

Achtung: Bei einer Mauerbepflanzung greift Frost nicht nur von oben an, sondern auch von der Seite! Die Frostgefahr für Stauden ist in Gartenmauern daher wesentlich höher als in Beeten. Gleiches gilt auch für das Austrocknen im Winter, insbesondere bei Mauern, die nach Süden gerichtet sind und auch an sonnigen Tagen im Winter sich schnell erwärmen und abends wieder schockartig einfrieren. Das halten auf Dauer tatsächlich nur sehr robuste Stauden aus.

 

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.
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