Die einjährige Kletterpflanze Schwarzäugige Susanne läutet sehr früh die neue Saison im Blumengarten ein. Schon Mitte bis Ende Januar beginnt ihre Aussaat auf der Fensterbank, denn bis die afrikanische Schönheit zu blühen beginnt, dauert es fast vier Monate. Also los, verlieren Sie keine Zeit.

Schwarzäugige Susanne läutet schon im Winter das neue Blumengartenjahr ein.

Die Schwarzäugige Susanne, botanisch Thunbegia alata, gehört zu meinen bevorzugten Kletterpflanzen. Sie stammt ursprünglich aus dem tropischen Afrika und Madagaskar und wächst dort mehrjährig. Bei uns wird sie dagegen als einjährige Kletterpflanze kultiviert. Egal ob die klassische Thunbergia mit gelben, orangen, pastellfarbenen oder, ganz neu, mit rosa Blüten daherkommt: Sie bietet den ganzen Sommer über dichten Sichtschutz und bringt zusätzlich fröhliche, leuchtende Farben in die grüne Blätterwand. Einmal erfolgreich gesät und aufgelaufen, ist die Schwarzäugige Susanne äußerst pflegeleicht. Einzige Crux an der Sache ist nur ihre relativ lange Entwicklungszeit. Sie braucht gut vier Monate Zeit bis zur Blüte. Das sollten Sie wissen und bedenken, wenn Sie vorhaben, Kletterpflanze Schwarzäugige Susanne selbst aus Samen vorzuziehen. Schon im Januar geht es am besten los.

Wie wird die Schwarzäugige Susanne aus Samen vorgezogen?

Säen Sie Thunbergia schon ab Mitte/Ende Januar in frische, keimfreie Aussaaterde. Ihr Samen ist etwa so groß wie ein Pfefferkorn und wird bei der Aussaat etwa 1 cm hoch mit Erde bedeckt, sie gehört damit zu den Dunkelkeimern. Zum Keimen benötigt die Schwarzäugige Susanne 14-21 Tage bei 20°-25°C. Stellen Sie die Saatschale, z. B. eine Champignonschale aus Kunststoff, während dieser Zeit am besten in ein beheiztes Mini-Gewächshaus und halten Sie die Erde feucht – aber nicht nass.

Schwarzäugige Susanne, pikierte Jungpflanze auf dem Fensterbrett unter einem Dachfenster.

Schwarzäugige Susanne, pikierte aber noch nicht entspitzte Jungpflanzen auf dem Fensterbrett unter einem Dachfenster.

Sobald sich die ersten Keimblätter zeigen, stellen Sie die Aussaatschale etwas kühler (18°C) und so nahe wie möglich ans Licht. Der Platz unter einem Dachfenster in einem unbeheizten Zimmer wäre dafür ein perfekter Platz. Die Erde darf weiterhin nicht austrocknen, kontrollieren Sie am besten täglich. Wenn sich nach etwa weiteren zwei Wochen nach den beiden Keimblättern die ersten richtigen Blätter entwickeln, pikieren Sie die Sämlinge zu dritt bis zu fünft in 13er-Töpfe in Einheitserde (normale Blumenerde). Stecken Sie drei Rankhilfen zeltartig mit in den Topf. Mit der Zeit erfassen die Jungpflanzen die Rankhilfen und winden sich entgegen des Urzeigersinns daran hoch.

Wann und warum wird eine junge Schwarzäugige Susanne entspitzt?

Eine junge Schwarzäugige Susanne sollte von Anfang an möglichst buschig wachsen und viele Triebe entwickeln, deswegen werden ihre Triebspitzen gleich mehrfach gestutzt. An jeder Schnittstelle entwickeln sich nach dem Stutzen zwei neue Triebe. Denken Sie also bitte nicht, das Pinzieren, wie dieses Stutzen in der Fachsprache heißt, würde der Pflanze schaden oder die mühsam errungene Höhe nur abschneiden. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Also ran an die saubere Schere sobald sich nach den ersten richtigen Blättern weitere Blattpaare gebildet haben! Wiederholen Sie das Pinzieren bis Mitte Mai noch 1-2 Mal, je nachdem, wie wüchsig die Pflanze ist. Es gibt da von Sorte zu Sorte erhebliche Unterschiede.

Wann und wie oft werden vorgezogene einjährige Sommerblumen gedüngt?

Etwa 6-8 Wochen nach dem Topfen der Sämlinge sind die Nährstoffe in den Töpfen aufgebraucht und Sie müssen vorsichtig mit dem Düngen beginnen. Verwenden Sie dazu schwach dosierten, flüssigen Blumendünger.

So härten Sie junge Sommerblumen im Frühling ab.

Alle vorgezogenen Sommerblumen reagieren anfangs sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse. Zu viel Sonne, Zugluft, Wind oder Regen macht Jungpflanzen anfällig für Krankheiten und sogar Schädlingsbefall. Sie kümmern vor sich hin und stellen manchmal sogar ihr Wachstum komplett ein. Um das zu verhindern, müssen Sie Jungpflanzen nach und nach abhärten und das geht so:

Stellen Sie ab etwa Mitte April getopfte Jungpflanzen an schönen Tagen an einen geschützten Platz ins Freie, beispielsweise auf eine überdachte Terrasse, Balkon oder einfach dicht an die Hauswand. Dort sollten die Pflanzen geschützt vor Regen, Zugluft und Sonne sein. Abends holen Sie die Pflanzen wieder rein.

Wenn Sie nur wenige Blumentöpfe transportieren müssen, ist dieser Aufwand sicherlich zu schaffen. Falls Sie allerdings, so wie ich, gleich mehrere Topfpaletten mit Sommerblumen vorgezogen haben, lohnt sich die Anschaffung mehrerer durchsichtiger Aufbewahrungskisten mit Deckel. Sie dienen einerseits zum Transport, andererseits sind sie aber auch sehr praktische und mobile Mini-Gewächshäuser. Zum Abhärten heben Sie die Deckel erst nur einen Spalt weit an, danach, und insbesondere an warmen Frühlingstagen, nehmen Sie ihn komplett ab. Die Pflanzen bekommen so genügend Frischluft und akklimatisieren sich mit der Zeit.

Getopfte Jungpflanzen im Mini-Gewächshaus

Getopfte Jungpflanzen im Mini-Gewächshaus

Pflanzen Sie frostempfindliche Sommerblumen immer erst ab Mitte Mai

Jedes Jahr die gleiche bange Frage: Kommen die Eisheiligen und wenn ja, wann? Fest steht nur, in den meisten Regionen sind die Eisheiligen bis Mitte Mai vorbei und alle frostempfindlichen Sommerblumen und Gemüsepflanzen dürfen endlich raus in den Garten oder den Balkon. Verfolgen Sie daher im Frühling die Wetternachrichten und halten Sie bei Bedarf, und für den Fall, Sie konnten es doch nicht abwarten, Vlies und Eimer bereit. Damit decken Sie frostgefährdete Blumen ab, die Sie nicht mehr schnell ins Haus tragen können. Ansonsten gilt: Ab Mitte Mai wird auch die Schwarzäugige Susanne an ihre endgültige Stelle gepflanzt.

Tipp: Verwenden Sie zum Pflanzen in Blumenkästen oder Pflanzkübeln ausschließlich sehr gute Pflanz-, Geranien- oder Kübelpflanzenerde. Ihre prächtige Schwarzäugige Susanne wird es Ihnen ganz sicher danken.

Je größer der Pflanzkübel oder Blumenkasten, desto größer wird auch die Kletterpflanze. Gut gepflegt, optimal gewässert und regelmäßig gedüngt erreicht die Schwarzäugige Susanne dann auch mal vier Meter Endhöhe – eine entsprechend hohe Kletterhilfe vorausgesetzt. Dazu benötigt sie einen sonnigen bis halbschattigen, besser windgeschützten Standort und regelmäßige Düngergaben. Geben Sie dazu anfangs Langzeitdünger nach Packungsvorschrift mit ins Pflanzgefäß. Der reicht bei starkzehrenden Sommerblumen und Kletterpflanzen jedoch auch nur bis Ende Juni. Danach düngen Sie die Schwarzäugige Susanne einmal wöchentlich mit flüssigem Blumendünger.

Wie hoch wächst die Schwarzäugige Susanne?

Darüber gibt es sehr viele unterschiedliche Angaben, sowohl im Internet, als auch in Fachbüchern. Die Wuchshöhe hängt tatsächlich vom Klima, vom Boden und der Versorgung mit Düngung ab. Zusätzlich spielt auch die Art bzw. Sorte eine gewisse Rolle. So hat die relative neue rosa Schwarzäugige Susanne im Supersommer 2018 vom Pflanzkübel aus das Dach meines Hauses erreicht und kletterte dort noch munter einen Meter weiter. Vier Meter insgesamt. Im Jahr zuvor kam auch die klassische Thunbergia mit orangen Blüten bis an die Dachtraufe (3 Meter), während in einem kleineren Pflanzkübel in ähnlich geschützter Südlage drei Thunbergias mit pastellfarbigen Blüten gerade einmal 1,50 m hoch wurden. Doch egal wie hoch sie hinaus will, sie braucht es sonnig, warm und windgeschützt. Das gilt auch für Thunbergias in Blumenampeln.

Rosa Schwarzäugige Susanne klettert bis zum Dach und darüber hinaus.

Rosa Schwarzäugige Susanne klettert bis zum Dach und darüber hinaus.

Welche Kletterhilfen eignen sich für die Schwarzäugige Susanne

Thunbergia ist ein Linkswinder. Ihre langen Triebe winden sich entgegen des Uhrzeigers links herum und halten sich an allem fest, was sich ihnen bietet. Das können gespannte Schnüre, Obelisken, Baumpfähle, Rosenstäbe, Bohnenstangen, selbst gemachte Kletterhilfen aus Bambus oder einfache, zeltförmig aufgestellte Bambusstöcke sein. Sie sollten allerdings immer auch ein Auge auf die Windlast haben. Denn sobald im Spätsommer und Herbst die ersten Stürme aufdrehen, bildet eine stattlich gewachsene Schwarzäugige Susanne ein mächtiges Segel, das guten und sicheren Halt braucht, um nicht davon zu fliegen. Ein windgeschützter Standort ist daher nicht verkehrt, wenn Sie an Ihrer Thunbergia lange Freude habe wollen. Sie blüht bei guter Pflege immerhin bis spät in den Oktober hinein.

Sichtschutz im Pflanzkübel mit einer klassischen Schwarzäugigen Susanne

Lauschiger Eingangsbereich mit Sitzbank hinter einer grünen Wand mit Schwarzäugiger Susanne und einer kletternden Kanarien-Kapuzinerkresse (ganz links).

Muss man verblühte Blüten der Schwarzäugigen Susanne ausputzen?

Normalerweise sollten Sie alle grundsätzlich alle Sommerblumen ausputzen. Das heißt, Sie schneiden verblühte Blütenstände ab, damit sich keine Samen bilden, die die Pflanzen schwächen könnten. Theoretisch gilt das auch für die Schwarzäugige Susanne. In der Praxis jedoch können Sie sich diesen Aufwand bei ihr jedoch sparen. Orange, gelbe und pastellfarbige Thunbergias bilden zwar reichlich Samen und werfen ihn täglich ab, sie blühen aber auch ohne Ausputzen unermüdlich weiter. Abgesehen davon schafft es wohl kaum jemand, täglich eine hohe Leiter zum Ausputzen seiner Susanne aufzustellen. Ich jedenfalls nicht.

Die rosa Schwarzäugige Susanne ist meiner bisherigen Erfahrung nach unfruchtbar und bildet überhaupt keinen Samen aus. Lesen Sie einen ausführlichen Bericht über die rosa Schwarzäugige Susanne im Schwesterblog Blumenbilder.org.

Sichtschutz im Pflanzkübel mit Kletterpflanze Schwarzäugige Susanne

Absolut Blickdicht. Schwarzäugige Susanne schützt vor neugierigen Blicken

Dagegen sät sich die klassische Schwarzäugige Susanne manchmal sogar selbst aus. Ihre markanten, herzförmigen Blätter tauchen dann im Laufe des Sommers nahe der Mutterpflanze im Beet auf und spielen Bodendecker. Auch eine hübsche Idee, gerade in abschüssigen Hangbeeten.

Lässt sich die Schwarzäugige Susanne überwintern?

Im Prinzip können Sie die Thunbergia auch frostfrei und dunkel im Keller überwintern. Das Problem daran ist allerdings das Ausgraben des mächtigen Wurzelwerks. Aus Pflanzkübeln bekommen Sie diese Wurzeln kaum heraus, ohne sie dabei zu verletzten.

Versuchen Sie lieber gegen Ende des Sommers Ihre Schwarzäugige Susanne durch Stecklinge zu vermehren und die so gewonnenen Jungpflanzen im Haus am Fensterbrett zu überwintern. Am besten in einem Raum, der zwar hell, aber doch kühl ist, beispielsweise ein helles Treppenhaus. Kontrollieren Sie jedoch öfter auf Schädlingsbefall (Spinnmilben) und bekämpfen Sie diese rechtzeitig. Spinnmilben treten vermehrt auf, wenn die Raumluft warm und zu trocken ist.

Falls Sie jedoch Ihre Schwarzäugige Susanne beispielsweise in einer Blumenampel relativ klein und kompakt gehalten haben, ist es ein Versuch wert, die ganze Pflanze zu überwintern. Schneiden Sie dazu im Oktober die Triebe 10 cm über dem Boden ab und stellen Sie die Schwarzäugige Susanne anschließend in ein dunkles und kühles Winterquartier. Gießen Sie nur spärlich, so dass die Erde nicht vollständig austrocknet. Ende Januar topfen Sie die Pflanze um in frische Erde und stellen sie ans Licht. Dort sollte sich alsbald frisches Grün zeigen. Wenn ja, herzlichen Glückwunsch.

Wenn nicht, ist Anfang Februar noch immer Zeit, neue Schwarzäugige Susannen auszusähen. Viel Erfolg dabei!

Schwarzäugige Susanne mit gelber Blüte

Gelbe Blüte der Schwarzäugigen Susanne

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografien und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.

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