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Winterharte Kletterpflanzen am Haus für jeden Standort

Kletterpflanzen am Haus: Pfeifenwinde erobert schnell Holzpfosten mit Seilsytem.

Kleine Pfeifenwinde am Holzpfosten an der Terrasse. Aristolochia tomentosa

Kletterpflanzen am Haus spenden Schatten und verwandeln Terrassen in lauschige, private Gartenlauben mit natürlichem Charme. Die Herausforderung besteht darin, einen geeigneten Standort und genügend Boden für Kletterpflanzen zu finden. Gar nicht so einfach, wenn das Haus bereits gebaut und die Flächen drumherum längst mit Pflastersteinen oder Schottersteinen versiegelt sind.

Der unsichtbare Pflanzkübel ist kostenlos, winterfest und spart Platz.

Sobald Sie eine mehrjährige Pflanze in einen Pflanzkübel setzen, bekommen Sie zu Beginn des Winters ein Problem: Wie verpacken Sie den Wurzelbereich so, dass er nicht durchfrieren, aber gleichzeitig nicht austrocknen kann? Pflanzen verdursten im Winter bekanntlich schneller, als sie erfrieren. Gleichzeitig stehen Pflanzkübel an den Ecken, Pfosten und Laufstraßen einer Terrasse schnell mal im Weg. Doch genau dort sollen robuste, pflegeleichte und zugleich schöne Kletterpflanzen wachsen.

Eine junge Akebie / Klettergurke / Schokoladenwein umarmt ihren Holzpfosten nebst Regenfallrohr an der kleinen Südwest-Terrasse. Das Drahtseil darunter ist schon jetzt nicht mehr zu sehen. Blauer Lein wächst davor im selben Pflanzloch.

Warum sind Gehölze im Pflanzkübel nur eine Lösung auf Zeit?

Egal ob Pfeifenwinde, Kletterrose, Schokoladenwein (Akebie) oder Klettertrompete Campsis: Alle Kletterpflanzen wurzeln gerne tief. Selbst ein Pflanzkübel mit 40 oder 60 Liter Fassungsvermögen bietet selten die Tiefe, die kletternde, mehrjährige Gehölze auf Dauer brauchen. Das macht sie nicht nur schnell durstig, sondern auch anfällig für Krankheiten. Und sie wachsen im Pflanzkübel weitaus schlechter und langsamer, als in gewachsener Gartenerde. Deswegen sollte man Gehölze in Pflanzkübeln etwa alle drei Jahre aus ihrem Kübel nehmen, die Wurzeln vorsichtig beschneiden und danach in frische Kübelpflanzenerde pflanzen. Eine Prozedur, die bei Kletterpflanzen schwierig bis unmöglich ist. Deswegen mein Tipp:

Pflanzen Sie Kletterpflanzen am Haus direkt in den Boden.

Der unsichtbare Pflanzkübel ist die perfekte Lösung für gepflasterte Terrassen, Höfe, Hauseingänge oder Einfahrten. Entfernen Sie zunächst an der gewünschten Stelle so viele Pflastersteine, wie Ihre Kletterpflanze unten herum an Platz benötigt. Mehr als 40 – 60 cm im Quadrat müssen gar nicht weg, denn am Wurzelhals sind und bleiben ja alle Kletterpflanzen eher schmal. Entfernen Sie nun Split und Schotter soweit und so tief Sie mit der Hand und einer Handschaufel kommen. Ideal ist ein Pflanzloch mit 60-80 cm Tiefe. Das Beste: Wo vorher ordentlich gepflastert wurde, ist mit Staunässe nicht zu rechnen. Dafür sorgt schon der ausgekofferte Unterbau.

Die Kür: Eine Einfassung fürs Pflanzloch aus Eisen oder Beton.

Falls Sie nun befürchten, das Pflanzloch und die umliegenden Pflastersteine werden durch diese Aktion instabil, entfernen Sie eine weitere Reihe Pflastersteine und lassen Sie den Split darunter jedoch unberührt. Mischen Sie ein wenig Fertigbeton an und befestigen Sie die Kante der einfassenden Pflastersteine mit einem soliden Betonkeil. Sobald das Pflanzloch aufgefüllt ist, hält alles wieder bombenfest.

Bildschöne Einfassungen für das Pflanzloch im Pflaster liefert außerdem der (regionale) Metallhandwerker. Nützlich und schön sind auch halbrunde Eisenrankgitter für die Montage an Hausecken oder rund um Regenfallrohre.

Warum sollten Sie bei Kletterpflanzen am Haus nie am Pflanzsubstrat sparen?

Sobald das Pflanzloch bzw. der unsichtbare Pflanzkübel vorbereitet ist, geht’s ans Pflanzen. Verwenden Sie dazu die beste Pflanzerde, die Sie bekommen können. Also bitte keine billige Blumenerde vom Baumarkt, sondern ordentlich vorgedüngte und stabile Kübelpflanzen- oder Pflanzerde. Warum? Weil Sie Ihre Pflanze nur einmal pflanzen und eben nicht alle drei Jahre in frische Erde umtopfen. Gute Erde ist das A und O für alle Pflanzen! Sie muss den richtigen ph-Wert haben, nicht schimmeln, Struktur und Festigkeit besitzen, damit sie nicht sofort in sich zusammenfällt.

Auf die Qualität der Kletterpflanzen kommt es an.

Natürlich achten Sie auch auf beim Kauf auch sehr gute Qualität der Kletterpflanzen. Schließlich soll die ganze Mühe nicht umsonst sein. Lassen Sie sich in einer regionalen Baumschule beraten, gerade was Standort, Lage und die gewünschte Kletterpflanze angeht. Seien Sie jedoch versichert: Für jeden Standort gibt es schöne robuste Kletterpflanzen, die auch direkt am Haus hervorragend wachsen werden: in natürlich gewachsenem Boden. Das klappt sogar mit überpflasterten Pflanzscheiben – sofern Sie Ihre Kletterpflanze stets ausreichend wässern und regelmäßig düngen.

Woran klettern, winden oder ranken Kletterpflanzen am Haus?

Welches Rankgerüst, Kletterhilfe oder Seilsystem für Ihr Projekt infrage kommt, hängt von der gewünschten Kletterpflanze und auf die Bauweise des Hauses an. An Stein-auf-Stein-Häusern können Sie alle erdenklichen Rankgerüste aus Holz oder Metall sicher fixieren. Anders sieht es bei Häusern mit Vollwärmeschutzdämmung aus. Dort kommt praktisch nur ein Seilsystem infrage, das zwischen Dachtraufe und Boden gespannt und fest verankert wird.

Gleiches gilt für frei stehende Sichtschutzwände auf Terrassen oder vor Hauseingängen. Die gute Nachricht dabei ist: Das frei montierte Seilsystem für Kletterpflanzen am Haus ist viel leichter und schneller montiert, als es in der Theorie jetzt vielleicht klingt. Wer sich auf einer Leiter sicher fühlt und mit Bohrmaschine und Schraubendreher umgehen kann, kriegt das sicher hin.

Das gilt auch für einen einzelnen Pfosten. Auch daran können Sie ein senkrechtes Stahlseil für eine kleinblättrige Pfeifenwinde befestigen. Sie kann schon im ersten Standjahr drei Meter erreichen und findet vom Fleck weg sicheren Halt.

Zusammenfassung Kletterpflanzen am Haus.

Worauf kommt bei Kletterpflanzen am Haus wirklich an?

Nicht die Breite des Pflanzlochs ist entscheidend, sondern dessen Tiefe. Graben Sie ein 60 – 80 cm tiefes Pflanzloch und füllen Sie es mit bestem Pflanzsubstrat / Kübelpflanzerde auf.

Wie werden Kletterpflanzen direkt am Haus richtig gepflegt?

Pflegen Sie Ihre Kletterpflanze so, wie andere Gehölze und Kletterpflanzen auch: Wässern Sie durchdringend bei Trockenheit, düngen Sie die Kletterpflanze zweimal im Jahr (März + Juni). Die meisten Kletterpflanzen freuen sich über eine Schaufel reifen Kompost im Herbst oder im zeitigen Frühling. Und mit einer Gabe Patentkali (Herbstdünger) Ende August helfen Sie dem Gehölz, noch rechtzeitig vor dem Winter richtig auszureifen. Die Triebe verholzen besser und halten dadurch Fröste besser aus.

Wie schnell klettern Kletterpflanzen?

Manche Kletterpflanzen brauchen 2-3 Jahre, um richtig Fuß zu fassen.

Akebie, Klettergurke oder Schokoladenwein. Wächst schnell und ist anspruchslos.

Kletterrose James Galway wird richtig groß und gewaltig. Sie braucht guten Halt und einen regelmäßigen Schnitt.

 

 

Ein Klassiker unter den Clematis: Jackmanii, blüht gerne im Herbst ein zweites Mal.

 

 

Einjährige Kletterpflanzen sind deutlich schneller am Ziel. Dennoch rate ich davon ab, beispielsweise eine Trichterwinde zusammen mit einer Pfeifenwinde ans gleiche Seil zu setzen. Die Trichterwinde überwuchert nämlich alles und das gefällt der Pfeifenwinde nur bedingt. Haben Sie Geduld! Oder setzen Sie die einjährige Trichterwinde an eine eigene Kletterhilfe.

Achtung: Bei den genannten Höhen und Wuchszeiten handelt es sich um individuelle Erfahrungswerte, die ich in meinem Garten gesammelt habe. Bitte nageln Sie mich nicht darauf fest. In Ihrem Garten wachsen Ihre Kletterpflanzen vielleicht viel schneller.

Kann man Kletterpflanzen am Haus auch unterpflanzen? Wenn ja, worauf achten?

Ja, Sie können Kletterpflanzen am Haus auch sehr hübsch unterpflanzen. Bevorzugen Sie dabei jedoch Flachwurzler und robuste Bodendeckerstauden, die keine echte Konkurrenz für die Kletterpflanze sind und keinen Wurzeldruck auf diese ausüben. Beispielsweise Mini-Hostas, niedriges Teppichsedum, kleine Storchschnäbel (Geranium), Thymian oder auch Teppichastern. Die genannten Stauden sehen nicht nur hübsch aus, sondern halten die Fläche rund um das Pflanzloch sauber. Die Erde wird nicht bei jedem Regenguss oder Gießen abgeschwemmt.

Kleine Hostas schützen eine kleinblättrige Pfeifenwinde an der Terrasse

Welche Kletterpflanzen am Haus kommen für den halbschattigen bis schattigen Standort infrage?

Welche Kletterpflanzen wachsen an sonnigen Südfassaden?

Welche Kletterpflanzen wachsen an Ost- oder Westfassaden

 

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.
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