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Der Ziergarten im Juli. 13 Aufgaben auf der To-do-Liste.

Ziergarten im Juli | Englische Rose Graham Thomas

Ziergarten im Juli | Englische Rose Graham Thomas blüht überreich.

Der Ziergarten im Juli: Viel Freude, aber auch einiges zu tun

Der Juli kann kalt und nass sein, oder auch unerträglich heiß. Was kommt, wissen wir nicht. Umso wichtiger, für jedes Wetter gerüstet zu sein. Eine stets gut gefüllte Zisterne auf der einen Seite, Gelassenheit und eine gute Strategie gegen Schnecken, auf der anderen Seite. Gewiss ist nur eines: Nach Regentagen kommen wieder Sonnentage und damit wieder tolle Gartentage für Sie und für mich. Los geht’s im Rosengarten:

Rosen schneiden und düngen

Nach dem 1. Flor der Rosen erfolgt ihr Sommerschnitt. Wie weit Sie Ihre Rosen dabei zurück schneiden, ob radikal oder nur leicht, liegt ganz bei Ihnen. Ist eine Rose gesund und gut aufgebaut, reicht gründliches Ausputzen und sie treibt wieder frisch und munter aus.

Düngen Sie alle Rosen Anfang bis spätestens Mitte Juli noch ein zweites Mal mit einem guten, organischen Rosendünger.

Kranke Rosen behandeln Sie am besten mit einem systemischen Fungizid, denn wenn Rosenkrankheiten erst einmal ausgebrochen sind, funktionieren die üblichen Hausmittel leider nicht mehr.

Englische Rosen im Garten von Nature to Print | Video

Bartiris und Schwertlilien teilen und neu pflanzen

Bartirisse sind im Juli verblüht und können dann geteilt und verpflanzt werden. Schneiden Sie dazu die Blätter etwa zwei Drittel zurück. Danach graben Sie die Iris oder eine Gruppe mit Bartirissen mit der Grabegabel komplett aus dem Boden. Teilen Sie den Wurzelstock in einzelne Segmente. Entfernen Sie schwache Pflanzen aus der Mitte des Tuffs und verwenden Sie für die neue Pflanzung nur vitale Rhizome. Kürzen Sie die Wurzeln auf etwa 4 cm.

Sibirische Schwertlilien lassen sich genauso teilen und versetzen wie andere Stauden auch. Im Juli, nach ihrer Blüte, ist die beste Zeit dafür.

Stark zehrende, spät blühende Stauden düngen

Astern, Chrysanthemen, Staudensonnenblumen, Sonnenbraut, Taglilien, Storchschnäbel und andere Stauden, die im Hochsommer und bis in den Herbst hinein blühen sollen, brauchen dafür ordentlich Futter. Hungernde Taglilien erkennen Sie leicht an gelben Blättern im Horst. Hungernde Stauden bleiben klein und setzen nur wenige Blüten an. Die zweite Düngung im Jahr ist für viele Stauden und auch Sommerblumen wichtig, aber richten Sie sich dabei stets an die angegebene Dosis auf der Packung.

Taglilie Corky blüht vor Gaura Lindheimerii und Einjährigen Rittersporn

Pfingstrosen brauchen dagegen keine zusätzliche Düngung im Sommer. Sie kommen mit dem aus, was an Nährstoffen in Luft und Boden liegen.

Gießen Sie Balkon- und Kübelpflanzen täglich. Mindestens.

Gießen Sie Ihre Balkon- und Kübelpflanzen einmal am Tag, und an heißen Tagen gerne auch zweimal. Verwenden Sie dazu am besten Regenwasser aus der Tonne oder abgestandenes Leitungswasser.

Machen Sie einen Tag der Woche zum Düngertag, dann wird Düngen zur Routine und sie vergessen es nicht so schnell. Bei mir ist von März bis Oktober jeder Sonntag Düngertag für die meisten Kübel- und Zimmerpflanzen.

Putzen Sie Balkon- und Sommerblumen regelmäßig aus

Schneiden Sie Verblühtes an Balkon- und Sommerblumen regelmäßig ab. Das gilt für Geranien ebenso wie für Einjährigen Rittersporn, Dahlien, Phlox, Ringelblumen, Goldmohn, Islandmohn, Tagetes und andere Sommerblumen. Lang gewordene Triebe an Petunien oder Spaltblume schneiden Sie ab, dann bilden sie schnell neue Blütentriebe.

Ausgeputzt blüht Einjähriger Rittersporn wochenlang

Scheiden Sie remontierende Stauden zurück

Schneiden Sie Rittersporn nach der Blüte bodentief zurück und düngen Sie ihn. Er treibt neu aus und blüht im Spätsommer noch ein zweites Mal.

Einige Clematis-Hybriden blühen im Herbst noch einmal, wenn sie direkt nach der Blüte geschnitten werden. Wie genau und welche Clematis das können, erzähle ich hier.

Säen Sie Zweijährige Sommerblumen

Im Juli ist die beste Zeit, um Zweijährige Sommerblumen zu säen. Wie einfach die Aussaat gelingt, worauf Sie dabei achten sollten und warum sich Zweijährige wirklich lohnen, steht gleich nebenan.
Islandmohn, den Sie im Juli säen, blüht ggf. schon im Spätherbst und kommendes Jahr ab März. Neuere Bartnelkensorten schaffen es, bei frühzeitiger Aussaat, sogar noch im Herbst des gleichen Jahres zu blühen.

Die romantische und duftende Bartnelke gehört zu den Zweijährigen Sommerblumen

Stiefmütterchen und Hornveilchen vermehren sich jetzt am besten von ganz alleine. Einfach das Kraut verblühter Pflanzen ins Beet legen, gelegentlich gießen und abwarten. Klappt immer.

Helfen Sie Vögeln und Igel – mit Wasser

Auch Vögel haben Durst. Stellen Sie, am besten gleich mehrere, Wasserschalen rund ums Haus für sie auf. Ein einfacher Suppenteller genügt schon. Über eine saubere, täglich frisch gefüllte Vogeltränke freuen sich dann auch Igel und Insekten. Wie eine gute Vogeltränke beschaffen sein muss, erfahren Sie gleich hier.

Füllen Sie den Miniteich regelmäßig auf

An heißen Tagen verdunstet sehr viel Wasser im Mini-Teich. Egal ob Zinkwanne, halbes Weinfass oder eingelassener Gartenteich: Kontrollieren Sie den Wasserstand im Hochsommer am besten täglich und füllen Sie ihn bei Bedarf rasch mit Wasser auf.

Mein Mini-Wassergarten | Video

 

Behalten Sie junge Gehölze im Auge

Junge Büsche und Bäume wachsen auch nicht von ganz alleine. Ende Juni / Anfang Juli brauchen, zumindest junge Gehölze, eine zweite Düngergabe. Und reichlich Wasser bei lang anhaltender Trockenheit.

Gießen Sie immergrüne Gehölze regelmäßig

Immergrüne Gehölze wie Thujen, Rhododendron, Azaleen, Besenheide, Berglorbeer, Kirschlorbeer und Koniferen brauchen bei Hitze und lang anhaltender Trockenheit sehr viel Wasser. Gießen Sie diese Gehölze im Sommer ausgiebig, aber nach Bedarf.

Jäten Sie Unkraut selektiv

Ist der Juli heiß und trocken, wächst alles schlechter, auch das Unkraut. Ist der Juli dagegen kühl und nass, wächst Unkraut, schneller als Sie gucken können. Was bleibt ist der geübte Umgang mit Wurzelstecher und schmaler Durchziehhacke. Wenn Sie ohnehin durch den Garten wandeln, um Verblühtes zu schneiden, nehmen Sie einfach Wurzelstecher und Eimer mit. Jäten Sie Unkraut selektiv, dann ist der Aufwand nicht so groß und das Blumenbeet sieht immer gut aus.

Halten Sie Schnecken in Schach

Drei Jahre lang gab’s in meinem Garten so gut wie keine Schnecken. Dieses Jahr kriechen Sie wieder herum und fressen, was ihnen schmeckt. Sie haben scheinbar einiges nachzuholen. Wie gut, dass Schnecken Kostverächter sind und beispielsweise Rosen, Lavendel, Thymian, Allium, Steppensalbei, Sedum und so manch andere Blumen links liegen lassen. Aber an Dahlien oder Echinacea kommen sie nicht vorbei. Meine Strategie gegen Schneckenfraß: Schon im März umweltfreundliches Schneckenkorn auf Eisenbasis streuen, ebenso an verregneten Abenden.

Viel besser ist es dagegen, den Garten vogelfreundlich einzurichten. Denn Amseln fressen auch Schnecken, solange sie klein sind. Dafür dürfen Amseln gerne auch den Boden aufwühlen. Ich weiß ja, warum Amseln das machen und Sie jetzt auch. Also lassen Sie Ihre Amseln nach Schnecken suchen und kehren Sie hinterher einfach den Dreck auf den Wegen wieder weg. Das ist doch ein fairer Deal.

Frau Amsel genießt die Aussicht vom Rand des Regenfasses in den Garten

Fiona Amann

Fiona Amann ist Werbetexterin, Bloggerin, Produktfotografin, Blumenfotografin und gärtnert leidenschaftlich gerne. In ihrem Gartenblog "Wo Blumenbilder wachsen" teilt sie Gartenwissen aus vier Jahrzehnten, stellt Lieblingspflanzen und ihre Pflege vor, verrät die Lieblingsrezepte ihrer Familie und Rezepte aus ihrer Landküche und stellt, wenn sie zum Thema passen, lohnenswerte Gartengeräte, Koch - und Gartenbücher vor.
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